Aphthen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Was sind Aphthen?

Aphthen sind kleine rundliche bis ovale umschriebene Flecken im Sinne von Geschwüren der Schleimhaut, die mit Flüssigkeit gefüllt sein können. Sie sind mit einem weißlichen bis gelblichen Belag bedeckt und von einem roten, entzündeten Randsaum umgeben.

Als Zeichen von Entzündungen im Mundraum sind sie dort bevorzugt auf der Mund- und Wangenschleimhaut, aber auch am Zahnfleisch, auf der Zungenspitze, am Gaumen oder den Gaumenmandeln zu finden. In Einzelfällen kann selbst die Schleimhaut des Genitalbereiches betroffen sein.

Arten

In 8 von 10 Fällen handelt es sich um kleine, also Minor-Aphthen. Diese haben eine Größe von ca. 5 Millimeter im Durchmesser und sind relativ flach. Da die betroffene Stelle lediglich oberflächlich geschädigt ist, heilt sie innerhalb von ein bis zwei Wochen von alleine ab.

Überschreitet ihre Größe einen Durchmesser von einem Zentimeter, handelt es sich um eine große, oder Major-Aphthe. Diese kann bis zu 3 Zentimeter groß werden. Dementsprechend tiefer geht die Schädigung der Schleimhaut und bis zur Abheilung kann es Wochen oder Monate dauern. Häufig bleibt dabei eine Narbe zurück.

Sehr selten ist die herpetiforme Art, bei der sich, den Herpesbläschen ähnlich, kleine Flecken gleichzeitig und in großer Zahl am Zungenrand oder den Innenseiten der Lippen bilden. Bis zur Abheilung dauert es hier ebenso ein bis zwei Wochen.

Symptome bzw. Beschwerden

Entzündungen im Mundraum, wie Aphthen es sind, haben eins gemeinsam: sie verursachen, unabhängig von ihrer Größe, mehr oder weniger starke Schmerzen und können zudem jucken und brennen. Besonders an den mechanisch mehr belasteten Stellen wie der Zungenspitze werden sie dann zur Qual.

Essen, schlucken und sprechen können in dieser Zeit schwerfallen und so beeinträchtigen Aphthen, obwohl harmlos, die Lebensqualität zum Teil erheblich. Manch ein Betroffener verliert aufgrund der Schwierigkeiten beim Essen sogar an Gewicht.

Ursachen und Auslöser von Aphthen

Obwohl die meisten Menschen im Laufe ihres Lebens von Aphthen geplagt werden, sind die Ursachen für ihre Entstehung nicht genau zu benennen.

Angenommen wird eine genetische Veranlagung, die in Kombination mit verschiedenen anderen Faktoren dazu führen kann, dass die kleinen Bläschen entstehen.

Hier können mechanische Reize eine Rolle spielen wie z. B. Verletzungen des Zahnfleischs durch Zahnbürsten, schlecht sitzende Zahnspangen und Prothesen.

Eine immer wieder vermutete Ursache ist der Stress. Seelische Belastungen, Schlafmangel und Überarbeitung können das Immunsystem schwächen und so die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen.

Weitere Verursacher können Lebensmittel wie Obst, Limonade oder Cola sein, die durch ihren hohen Säuregehalt die Schleimhaut schädigen. Daneben stehen noch andere Lebensmittel wie Schokolade, Nüsse, Käse oder glutenhaltige Nahrung im Verdacht, die Entstehung der kleinen Bläschen zu fördern.

Ebenso werden verschiedene Mangelzustände von Experten als Auslöser diskutiert, so z. B. ein Mangel an Vitamin B 12, Zink, Eisen sowie Folsäure, der durch eine einseitige Ernährung verursacht sein kann.
Bei schweren Fällen können auch systemische Erkrankungen zugrunde liegen, wie bei Morbus Crohn, Morbus Behcet, Zöliakie und HIV-Infektionen. Bei diesen Autoimmunerkrankungen wenden sich die körpereigenen Abwehrzellen nicht ausschließlich gegen Fremdkörper von außen, sondern bekämpfen auch körpereigenes Gewebe, was zu schweren Entzündungsreaktionen, einschließlich an der Schleimhaut, führen kann.

Seit einiger Zeit stehen bestimmte Inhaltsstoffe wie Natriumlaurylsulfat (SLS), das in Zahnpasta enthalten ist, im Verdacht, Aphthen nicht nur zu begünstigen, sondern auszulösen.

Eine hormonelle Komponente wird deshalb diskutiert, weil Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Es gibt allerdings keinen zeitlichen Zusammenhang mit Menstruation, Menopause oder Schwangerschaft.

Viren werden ebenfalls als Verursacher gesehen. Obwohl sie häufig wegen der ähnlichen Symptome mit einer Herpes-Simplex-Erkrankung verwechselt werden, sind Herpesviren aber nicht ursächlich.

Einen Vorteil bei dieser Art von Entzündungen im Mundraum haben wohl nur Raucher, da bei ihnen die äußerste Schicht der Schleimhaut durch die Inhaltsstoffe des Tabakqualms dicker wird und auf diese Weise einen gewissen Schutz bietet.

Erkennung

Aphthen sind wegen ihres typischen Aussehens durch einen Blick in den Spiegel relativ leicht selbst zu diagnostizieren.
Wer sich nicht sicher ist und Verwechslungen mit einer Herpes-Simplex-Infektion ausschließen will, sucht sicherheitshalber einen Arzt auf. Spezifische Tests gibt es allerdings nicht, sodass der Arzt die Diagnose nach Aussehen, klinischem Bild und Krankheitsgeschichte stellen wird.

In Abhängigkeit von eventuellen Begleitsymptomen sowie anhand von Schwere und Dauer des Verlaufs lässt sich außerdem feststellen, ob es sich nicht um andere Formen von Entzündungen im Mundraum handelt.

Die von Herpes-Viren verursachte Stomatitis aphtosa (Mundfäule) hat ein ähnliches Erscheinungsbild, geht jedoch mit hohem Fieber, geschwollenem Zahnfleisch, starken Schmerzen, geschwollenen Halslymphknoten und starkem Mundgeruch einher.
Windpocken können ebenso die Mundschleimhaut befallen. Da die Flecken und Bläschen den ganzen Körper bedecken, ist hier eine Abgrenzung nicht schwierig.

Aphthen-Behandlung

Ein wirksames Mittel, die alle Arten von Aphthen einfach verschwinden lässt, gibt es leider nicht. Eine spontane Abheilung erfolgt meist nach ein bis zwei Wochen. In dieser Zeit kann eine symptomatische Behandlung hilfreich sein.

Um Schmerzen nicht zusätzlich zu verstärken, sollte man vermutete oder bereits bekannte Auslöser meiden.
Um die Schmerzen zu behandeln, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Lokalanästhetika in Form von Salben, Gel oder Spray bilden einen schützenden Film auf der Mundschleimhaut.
Manchen Menschen hilft ebenfalls Propolis, da es länger an der Wunde haftet und solcherart zu einer schnelleren Wundheilung und besseren Schmerzlinderung führt.

Zur Desinfektion eignen sich verdünnte Wasserstoffperoxidlösung oder Melissekonzentrate, mit denen gegurgelt werden kann. Wer lieber zu Hausmitteln greift, kann sich starken Kamillen- und Salbeitee aufbrühen und damit mehrmals täglich abwechselnd den Mund spülen.

In schweren Fällen kann, wie bei anderen entzündlichen Prozessen auch, eine spezielle Kortisonsalbe sinnvoll sein.

Eine gute Mundhygiene ist jedoch in jedem Fall sinnvoll und nicht nur bei Entzündungen im Mundraum schon zur Vorbeugung zu empfehlen.

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