Blasenentzündung (Zystitis): Behandlungsmöglichkeiten

Eine unkomplizierte akute Blasenentzündung verläuft in der Regel ohne Komplikationen und heilt mit gezielten Maßnahmen innerhalb einiger Tage von selbst aus. Die Behandlung einer Zystitis durch einen Arzt ist jedoch notwendig, wenn sich die Beschwerden verschlimmern, die Entzündung häufig wiederkehrt oder eine Grunderkrankung als Ursache vermutet wird.

Sanfte und effektive Hilfe gegen Blasenentzündungen

Unmittelbar nach dem Auftreten der ersten Symptome einer akuten Blasenentzündung sollte so schnell wie möglich gehandelt werden, um eine weitere Ausbreitung der Krankheitserreger zu vermeiden. Wenn keine Schwangerschaft oder eine ernsthafte Grunderkrankung vorliegt, kann oft schon die Anwendung sanfter Hausmittel eine schnelle Linderung der Beschwerden erzielen. Die Schmerzen klingen unter Einwirkung von Wärme meist innerhalb weniger Tage ab. Das Tragen warmer Kleidung, Bettruhe und die Anwendung einer direkt auf die Blase aufgelegten Wärmeflasche, eines Heizkissens oder eines Heublumenkissens sind daher ratsam. Um die Erreger aus Blase und Harnröhre zu schwemmen, sollten mindestens zwei bis drei Liter Flüssigkeit pro Tag in Form von stillem Wasser, stark verdünnten Fruchtsäften und ungesüßten Kräutertees zugeführt werden.

Häufiges Trinken führt zu einer Erhöhung der Harnmenge und dadurch zu einem allmählichen Nachlassen des Brennens während des Urinierens. Vor allem spezielle Nieren- und Blasenteemischungen aus der Apotheke wirken durch ihre entzündungshemmenden und reinigenden Wirkstoffe unterstützend bei der sanften Behandlung einer Zystitis. Auch ein Aufguss aus frischen Rosmarinnadeln, Löwenzahnblüten oder Wacholderbeeren trägt zu einer schnellen Linderung der Beschwerden bei. Direkt gepresste Säfte aus amerikanischen Cranberries oder daraus hergestelltes Pulver haben sich bei der natürlichen Behandlung einer Zystitis erfolgreich bewährt. Die Beeren enthalten die Substanz Proanthocyanidin, die die Schleimhäute der Blaseninnenwände glättet und den Keimen dadurch erschwert, sich dort festzusetzen und zu vermehren.

Alkoholische Getränke, Säfte aus Zitrusfrüchten sowie Kaffee und große Mengen an Schwarztee sind tabu, da sie ein alkalisches Milieu schaffen, das den Erregern ideale Lebensbedingungen bietet. Darüber hinaus werden die Schleimhäute der Blase zusätzlich gereizt, wodurch sich die Beschwerden intensivieren.

Regelmäßige Sitzbäder mit entzündungshemmenden natürlichen Wirkstoffen wie getrockneten Kamillen- und Lavendelblüten oder ätherischen Ölen wie Teebaum, Kiefer, Fichte, Thymian und Eukalyptus führen in der Regel zu einem schnellen Abklingen der Beschwerden. Homöopathische Präparate auf Basis von Nux Vomica, Staphisagria oder Cantharis und die Schüsslersalze Nr. 3 Ferrum Phosophoricum, Nr. 4 Kalium Chloratum, Nr. 12 Calcium Sulfuricum und Nr. 21 Zincum Chloratum werden ebenfalls erfolgreich in der alternativmedizinischen Behandlung einer Zystitis eingesetzt.

Schulmedizinische Behandlung einer Zystitis

Wenn durch die beschriebenen Maßnahmen nach einigen Tagen keine eindeutige Besserung eingetreten ist und Betroffene Fieber oder Blut im Urin feststellen, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden, um eine Ausbreitung der Erreger und die damit verbundene Entstehung einer schmerzhaften und komplikationsreichen Nierenbeckenentzündung zu vermeiden. Auch wenn die betroffene Frau schwanger ist, sollte sie umgehend einen Arzt aufsuchen, um durch die Krankheitserreger hervorgerufene Komplikationen wie Früh- oder Fehlgeburten zu verhindern.

Der Arzt wird durch die Untersuchung einer Harnprobe oder in schweren Fällen durch einen Ultraschall der Blase und Niere genau definieren können, um welchen Erreger es sich handelt und anschließend eine gezielte Medikation vorschlagen. Die ärztliche Behandlung einer Zystitis erfolgt meist durch die Gabe von Antibiotika, die die Bakterien in der Regel innerhalb weniger Tage abtöten und zum Ausheilen der Blasenentzündung führen. Wird ein Pilz als Auslöser diagnostiziert, kommen Antimykotika zum Einsatz. Starke Beschwerden können durch die zusätzliche Gabe krampflösender Medikamente, die die Blasenmuskulatur entspannen, schnell und effektiv gelindert werden.

Bei wiederkehrenden oder chronischen Blasenentzündungen kann eine Grunderkrankung wie beispielsweise eine Eierstockentzündung oder eine Funktionsstörung der Nieren vorliegen. In solchen Fällen muss eine ursächliche Behandlung der Zystitis erfolgen. Häufige Blasenentzündungen bei Männern mittleren oder fortgeschrittenen Alters sind oft ein Anzeichen dafür, dass sich die Prostata vergrößert hat und durch die mechanische Reizung der Harnröhre zu einem gestörten Abfluss des Urins führt. In solchen Fällen kann ein operativer Eingriff verhindern, dass es durch eine Stauung des Harns zu möglichen gefährlichen Komplikationen wie Vergiftungen oder Schädigungen der Niere kommt.

Vorbeugung einer Blasenentzündung

Der weit verbreiteten unkomplizierten Honeymoon-Zystitis, die vor allem bei sexuell aktiven Frauen auftritt und die häufigste Form der Blasenentzündung darstellt, kann durch einige Maßnahmen wirksam vorgebeugt werden. Frauen, die mit Hormonspirale, Diaphragma und spermiziden Gels verhüten, sind einem deutlich höheren Risiko ausgesetzt, an einer Blasenentzündung zu erkranken. Bei Neigung zu Infekten der Harnblase stellen Kondome und östrogenhaltige Kontrazeptiva daher die sinnvollere Wahl dar. Wichtig ist eine sorgfältige Intimpflege beider Partner vor dem Geschlechtsverkehr, um das Risiko einer Übertragung der Keime zu reduzieren. Durch Urinieren direkt nach dem Geschlechtsverkehr werden die Krankheitserreger aus der Harnröhre gespült, bevor sie in die Blase aufsteigen und dort eine Entzündungsreaktion auslösen.

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr von mindestens eineinhalb Litern täglich ist zur Vorbeugung einer Blasenentzündung ebenso wichtig wie das Tragen warmer Kleidung im Bereich des Unterleibs und atmungsaktiver Unterwäsche aus natürlichem Gewebe wie Baumwolle. Um eine Übertragung von Keimen aus dem Verdauungstrakt zu verhindern, sollte die richtige Wischrichtung von vorne nach hinten nach jedem Stuhlgang konsequent beachtet werden.

Frauen, die in den Wechseljahren häufig unter Blasenentzündungen leiden, können durch die Anwendung von östrogenhaltigen Cremes oder Zäpfchen das saure Milieu in der Vagina unterstützen, wodurch die Anzahl pathogener Keime signifikant reduziert wird. Die Stärkung der Abwehrkräfte durch eine vitaminreiche Ernährung und die Einnahme spezieller immunstärkender Präparate auf Basis von Echinacea oder Indigowurzel fördert die Bildung von Antikörpern, die die Krankheitserreger gezielt bekämpfen. Um das erneute Auftreten der Erkrankung nach einer ausgeheilten Blasenentzündung zu vermeiden, empfiehlt es sich, regelmäßig Muttersaft oder in Smoothies aufgelöstes Pulver der hochwirksamen Cranberries zu trinken.

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