Chronisches Erschöpfungssyndrom (Myalgische Enzephalomyelitis): mögliche Ursachen und Symptome

Chronisches Erschöpfungssyndrom – Begriffsbestimmung

Das Chronische Erschöpfungssyndrom (CES) stellt den gemeinsamen Namen für eine Gruppe deutlich schwächender Erkrankungen dar, welche durch anhaltende Müdigkeit und andere spezifische Symptome gekennzeichnet sind, die bei Erwachsenen minimal sechs, bei Jugendlichen drei Monate andauern. Die Müdigkeit kann nicht auf Anstrengung zurückgeführt und nicht wesentlich durch Ruhe gebessert werden und wird ferner nicht durch andere Erkrankungen verursacht. Das Chronische Erschöpfungssyndrom, welches auch als Chronisches Müdigkeitssyndrom oder Myalgische Enzephalomyelitis bezeichnet werden kann, ist in der Wissenschaft noch immer heftig umstritten und deren Ursachen können vielfältig sein.

Symptome des chronischen Erschöpfungssyndroms

Die durch das Chronische Erschöpfungssyndrom verursachte Müdigkeit beinhaltet eine signifikante Reduktion früherer Aktivitäten. Kennzeichen hierfür können Gedächtnis- oder Konzentrationsstörungen, die die Leistungsfähigkeit in Beruf und Sozialleben einschränken, nicht erholsamer Schlaf, Muskelschmerzen (Myalgie), Schmerzen in mehreren Gelenken (Arthralgie), Kopfschmerzen von besonderem Schweregrad sowie Halsschmerzen sein.

Weitere Symptome sind Schwindel, Gleichgewichtsstörungen oder Ohnmacht sowie Allergien oder Überempfindlichkeiten bei Lebensmitteln, Gerüchen, Chemikalien, Medikamenten oder Alkohol. Des Weiteren können vermehrte Darmprobleme, Schüttelfrost und Nachtschweiß,
Sehstörungen (Lichtempfindlichkeit, verschwommene Wahrnehmung und Augenschmerzen), Depressionen und Stimmungsschwankungen (Reizbarkeit, Angstzustände, Panikattacken) auftreten.

Risikogruppen und Häufigkeit der Erkrankung

Längst hat die Myalgische Enzephalomyelitis alle Bevölkerungsgruppen erreicht, sodass eine allgemeine Risikogruppe nicht ausgemacht werden kann. Allgemein bestehen Vermutungen, dass das Syndrom vor allem bei Berufen mit sehr hohem Arbeitsaufwand eingeordnet und mit dem Burn-out-Syndrom verglichen werden kann. Statistiken bewiesen, dass mehr Frauen als Männer erkranken.

Auch die Häufigkeit der Erkrankung ist mit einer starken Dunkelziffer belegt, was vor allem daran liegt, dass die Krankheit bisher nur kaum bekannt ist. Insgesamt besteht eine Tabelle zur Prüfung des Schweregrades des Erschöpfungssyndroms. Großenteils kennen selbst einige Ärzte die junge Krankheit noch nicht und allgemein wird die Krankheit erst bei Erreichen eines bestimmten Schweregrades diagnostiziert.

Mögliche Auslöser und Ursachen des Chronischen Erschöpfungssyndroms:

Die Ursachen des Erschöpfungssyndroms sind etwa durch eine virale Erkrankung gegeben. Nachdem bestimmte Infektionen, wie etwa das Pfeiffersche Drüsenfieber, überstanden wurden, entsteht bei vielen Betroffenen für längere Zeit eine große Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Bei einer weiter vorhandenen Immunschwäche entwickelt sich zudem in manchen Fällen ein komplexes eigenes Krankheitsbild, welches diverse körperliche Veränderungen beinhaltet.

Ferner kann der Auslöser aus starken seelischen Belastungen, Dauerstress und traumatischen Erfahrungen bestehen. Daneben spielt eine familiäre Veranlagung eine zusätzliche Rolle. Weitergehende Stressfaktoren und wiederkehrende Infekte sind imstande, eine bereits vorhandene Erschöpfung noch zu verstärken. Negative Folgen treten ebenso bei Überforderung der Patienten auf oder aber, wenn sich die Betroffenen im Gegenteil wenig körperlich betätigen. Vermutet wird weiterhin, dass die Krankheit mit einer Mangelernährung einhergeht und dem Körper bestimmte Mineralien nicht zur Verfügung stehen. Ebenso kann die Erkrankung durch soziale Exklusion verstärkt werden.

Therapieansätze:

Viele Menschen können auch unter Behandlung nicht vollständig vom chronischen Erschöpfungssyndrom genesen. Die zwei Therapieformen, die kognitive Verhaltenstherapie, die auf psychische Interaktion abzielt, und eine physische Therapie, bei der der Patient bestimmte Muskelgruppen belasten soll, haben bisher für viele Menschen in Zufallsstudien nur eine moderate Wirksamkeit bewiesen.

Ein weiterer Ansatz besteht in einer Versorgung des Betroffenen mit Nahrungsergänzungsmitteln, zu der jedoch noch keine langfristigen Studien vorliegen. Von der Naturheilkunde liegen Ratschläge wie eine Ernährungsanpassung und eine vermehrte Aufnahme von Mineralien vor.

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