Diabetes: Auswirkungen und Folgeschäden

Diabetes ist eine heimtückische Krankheit, die sich oft unbemerkt entwickelt und erst spät diagnostiziert wird. Setzt die fachgerechte Behandlung nicht sofort ein, kann die Zuckerkrankheit zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden bei dem Betroffenen führen. Die Folgeschäden von Diabetes sind in ihrer Schwere nicht zu unterschätzen. Sie sind vielfältig und betreffen den gesamten Körper des Kranken.

1. Herz- und Kreislauf

Der gestörte Stoffwechsel schädigt auf Dauer die dünnen Wände der Blutgefäße. Der hohe Blutdruck sorgt dafür, dass der Blutkreislauf im Verlauf der Erkrankung die Hauptarterien stark beansprucht. Abhängig davon, welche Blutgefäße der Last schließlich nicht standhalten, kann Diabetes Folgeschäden unterschiedlicher Art auslösen.

  • Herzinfarkt

    Der Herzinfarkt ist die Folge der geschädigten Hauptarterien, die zum Herz oder vom Herz führen. Die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt liegt für Diabetiker bei etwa 10 Prozent. Kann in einem Ernstfall keine schnelle Hilfe erfolgen, ist der Herzinfarkt tödlich.

  • Schlaganfall

    Der Schlaganfall trifft den Zuckerkranken, wenn die Arterien, die das Hirn versorgen, den Druck nicht mehr aushalten. Die Folge des Schlaganfalls ist eine Lähmung. Abhängig davon, in welchem Teil des Gehirns die Arterie versagt hat, trifft es unterschiedliche Körperregionen. In schweren Fällen kann der Schlaganfall schnell zum Tod führen.

  • Arterienverschluss

    Der Arterienverschluss kann überall auftreten. Besonders häufig trifft es bei Diabetes die Hauptarterien der Beine. Das sorgt dafür, dass die Blutzufuhr zu den Füßen beeinträchtigt oder vollständig gestört wird. In besonders schweren Fällen kann nur eine Amputation helfen, den Betroffenen am Leben zu erhalten.

2. Augen

Diabetes hat Auswirkungen auf die kleinen Blutgefäße im gesamten Körper. Die Durchblutung verschlechtert sich mit dem Fortschreiten der Erkrankung zunehmend. Besonders schwerwiegend treffen die Durchblutungsstörungen in den meisten Fällen die Augen. Dabei kann die Netzhaut so schwer beschädigt werden, dass es zur vollständigen Erblindung führen kann.

Die Störung der Netzhaut kommt bei Diabetikern relativ häufig vor. Im Verlauf der ersten 10 Jahre nach Feststellung der Krankheit treten die Schäden am Auge bei etwa 50 Prozent der Betroffenen auf. Bei optimaler Blutzuckereinstellung und frühzeitiger Erkennung kann die Lasertherapie eine Abhilfe schaffen und für Linderung sorgen.

3. Nerven

Der hohe Blutzucker schädigt auf Dauer das gesamte Nervensystem. Die feinen Blutgefäße werden nicht richtig durchblutet und können dadurch die Nervenzellen nicht mehr optimal versorgen. Die dauerhafte Unterversorgung beeinträchtigt die Funktion der einzelnen Nervenstränge oder zerstört diese sogar vollständig. Die Schädigung kann sich als Taubheit, Schmerzen oder immer wiederkehrendes Kribbeln äußern.

4. Magen und Darm

Die diabetische Magenlähmung ist die Folge der Nervenschädigung, die bei Diabetes zu Folgeschäden gehört. Die Muskelkontraktionen des Magens können vom Körper des Betroffenen nicht mehr richtig gesteuert werden. Das führt dazu, dass der Magen die verarbeitete Nahrung nicht mehr vollständig an den Darm weiterreichen kann. Die üblichen Auswirkungen sind Übelkeit, Völlegefühl, Sodbrennen, Verstopfungen, Blähungen oder Durchfall.

5. Nieren

Diabetes kann Auswirkungen auf die Funktion der Nieren haben. Der Grund dafür liegt sowohl in der gestörten Durchblutung der feinen Blutgefäße wie auch in der Beeinträchtigung des Nervensystems. In besonders schweren Fällen kann es zu einem vollständigen Nierenversagen kommen. Eine regelmäßige Dialyse ist dann erforderlich.

Das Nierenversagen infolge von Diabetes ist allerdings auch genetisch bedingt. Verantwortlich dafür ist eine Veränderung auf dem Chromosom 18, die dafür sorgt, dass bei der Zuckerkrankheit die Nieren besonderen Schaden nehmen.

6. Leber

Diabetes verursacht häufig eine nichtalkoholische Fettleberhepatitis. Bei nicht ausreichender Behandlung kann die Entzündung der Leber zu einer Leberzirrhose oder sogar zu einem vollständigen Leberversagen führen.

7. Blase

Die Schädigung des Nervensystems bei hohem Zucker sorgt dafür, dass auch die Blase in Mitleidenschaft gezogen wird. Es ist eine sehr häufige Folge der Krankheit und betrifft die Hälfte aller Diabetiker.

Die Blasenfehlfunktion kann sich sowohl durch Inkontinenz wie auch durch die erschwerte Blasenentleerung äußern. Dabei sind Männer und Frauen gleichermaßen betroffen.

8. Das Immunsystem

Die schwere Belastung des gesamten Stoffwechsels beansprucht auf Dauer erheblich das Immunsystem. Je länger eine ausreichende Behandlung ausbleibt, desto weniger Abwehrkraft kann das Immunsystem durch die ständige Überlastung aufbringen. Die Folgen sind häufige Infektionskrankheiten, grippale Infekte wie auch sonstige Krankheiten, die dann einen erheblich schwereren Verlauf nehmen als üblich.

9. FüßeDiabetes natürlich behandeln

Die für die Zuckerkrankheit typische Durchblutungsstörung macht sich auch an den Füßen bemerkbar. Der sogenannte diabetische Fuß bezeichnet die häufig auftretenden schlecht heilenden Wunden an den Füßen der Erkrankten. Dabei beginnen die Wunden meist als Bagatellverletzungen und führen dann durch Entzündungen zu schweren Schäden. Die zuerst oberflächlichen Wunden können schließlich so tief werden, dass sie bis hin zu dem Knochen reichen. In schweren Fällen kann die Entzündung selbst den Knochen angreifen und schädigen.

Die Gefahr bei dem diabetischen Fuß ist die herabgesetzte Schmerzempfindlichkeit, die bei Zuckerkranken durch die Beeinträchtigung des Nervensystems verursacht wird. Das kann dazu führen, dass die anfänglichen Verletzungen nicht rechtzeitig bemerkt werden. Die schlechte Durchblutung und das geschwächte Immunsystem können in besonders schweren Fällen zu dem vollständigen Absterben des Gewebes oder der gesamten Fußpartie führen. In solchen Fällen kann nur die Amputation eine Abhilfe schaffen.

10. Osteoporose

Ein wenig bekanntes Risiko bei Diabetes ist die Osteoporose. Dabei verlieren die Knochen nach und nach ihre Stabilität und werden anfällig für Knochenbrüche. Die Brüche können dann selbst bei geringen Belastungen auftreten. Besonders problematisch dabei ist, dass durch die gestörte Durchblutung die Heilung nur langsam erfolgen kann. In besonders schweren Fällen, die mit Entzündungen verbunden sind, kann die Heilung vollständig unterbleiben.

Zu empfehlen ist insbesondere bei älteren Patienten eine regelmäßige Knochendichtemessung. Hilfreich kann auch die vorbeugende Kalziumaufnahme sein.

Außer den oben genannten Symptomen und Beschwerden kommt es infolge des Diabetes mellitus relativ häufig zu Hautveränderungen.

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