Divertikel (Darmausstülpungen)

Divertikel – Ursachen, Symptome und Behandlung

Divertikel bezeichnen Ausstülpungen der Dickdarmwände, die sich als Bläschen oder Aussackungen manifestieren. Darmausstülpungen sind in den meisten Fällen harmlos und verursachen kaum nennenswerte Beschwerden. Sie treten nur äußerst selten in jüngeren Lebensjahren auf, während die Wahrscheinlichkeit, Divertikel zu entwickeln, ab dem Alter von etwa siebzig Jahren rapide zunimmt. In dieser Altersgruppe sind etwa die Hälfte aller Menschen in den westlichen Industrienationen von diesen Gewebsveränderungen der Darmwände betroffen.

Ursachen von Divertikeln

Die Entstehung von Darmausstülpungen wird mit einer ballaststoffarmen und einseitigen Ernährung ebenso in Zusammenhang gebracht wie mit Bewegungsmangel. Menschen, die wenig frisches Obst und Gemüse sowie kaum Vollkornprodukte zu sich nehmen, leiden deutlich häufiger an Darmausstülpungen. Übermäßiger Verzehr von industriell hergestellten und zuckerhaltigen Lebensmitteln sowie Weißmehlprodukten erhöht das Risiko ebenso wie der regelmäßige Gebrauch von Abführmitteln. Eine ballaststoffarme Ernährung führt dazu, dass der Nahrungsbrei im Verdauungstrakt eine zu feste Konsistenz annimmt und daher nur unter großen Anstrengungen der Darmwände weitertransportiert werden kann. Der dadurch entstehende Druck, und damit einhergehende Muskelverkrampfungen führen an Stellen, wo sich Blutgefäße befinden oder das Bindegewebe Schwächen aufweist, zu Ausweichungen der Darmwand, die sich daraufhin nach außen stülpt. Bei vielen Frauen sind solche Darmausstülpungen dort lokalisiert, wo das Gewebe durch Schwangerschaften geschwächt wurde.

Symptome und mögliche Komplikationen von Darmausstülpungen

Bei den meisten Menschen treten Divertikel unmittelbar vor dem Beginn des Enddarms, am sogenannten Sigma-Bereich auf. Großflächige Aussackungen, die am Beginn des Dickdarms entstehen, sind sehr selten und in den meisten Fällen angeboren. Bei einem überwiegenden Prozentsatz der Betroffenen verursachen Divertikel keinerlei Beschwerden und werden erst zufällig im Rahmen einer Darmuntersuchung entdeckt.

Werden Darmausstülpungen diagnostiziert, sprechen Mediziner von einer sogenannten Divertikulose. Dies bezeichnet keine Krankheit im eigentlichen Sinn, sondern lediglich das Vorhandensein solcher Gewebsausstülpungen. Erst wenn sich Divertikel entzünden, kann es zu Beschwerden und mitunter ernsthaften Komplikationen kommen. Von einer Divertikulitis sind etwa zwanzig Prozent aller Patienten mit Darmausstülpungen betroffen. Diese Erkrankung entsteht, wenn sich kleine Stuhlmengen in den Aussackungen ansammeln und entzünden. Dies äußert sich meist in kolikartigen und sehr heftigen Schmerzen im Bereich des linken Unterbauchs. Auch Fieber, Übelkeit, Verstopfung oder Durchfall, Eiter oder Blut im Stuhl sowie eine schmerzhaft gespannte Bauchdecke sind als Begleitsymptome einer Divertikulitis häufig.

Nur in äußerst seltenen Fällen kann ein Divertikel platzen, woraufhin der entzündete Inhalt in umliegendes Gewebe durchbricht. Abszesse im Bauch, eine Bauchfellentzündung oder ein Darmverschluss sind mögliche ernsthafte Komplikationen einer Divertikulitis. Solche Folgeerkrankungen können lebensgefährlich sein und machen einen sofortigen operativen Eingriff notwendig.

Behandlung von Divertikulitis

Das Vorhandensein von Divertikeln alleine verursacht keinerlei Beschwerden und erfordert daher auch keine therapeutischen Maßnahmen. Bei einer unkomplizierten Divertikulitis beschränkt sich die Entzündung auf die Darmwand und stellt ebenfalls keine ernsthafte Gefahr für die Gesundheit dar. Die Gabe von Antibiotika und eine konsequente Umstellung der Ernährungsgewohnheiten zugunsten einer ballaststoffreichen Kost verhindern in der Regel eine Ausweitung des Entzündungsherdes. Erst wenn es zu einem Durchbruch in die Bauchhöhle kommt, sprechen Ärzte von einer komplizierten Divertikulitis, die durch chirurgische Maßnahmen behandelt werden muss. Je nach Verlauf der Erkrankung kann ein minimal invasiver Eingriff in Form einer laparoskopischen Resektion oder eine Notfalloperation mit Bauchschnitt und künstlichem Darmausgang durchgeführt werden. Bei chronischer Ausprägung einer Divertikulitis wird in den meisten Fällen eine operative Entfernung des entzündeten Darmabschnittes in Erwägung gezogen.

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