Geschwollene Beine: Ursachen – Symptome – Behandlung

geschwollene beine ursachenWas tun bei geschwollenen Beinen?

Besonders in den Sommermonaten, aber auch nach längerem Sitzen haben viele mit geschwollenen Beinen zu kämpfen. Die unschönen Schwellungen sind nicht allein ein kosmetisches Problem. Hinter dem oftmals auch mit Schweregefühl oder gar Schmerzen verbundenen Symptom kann eine ernsthafte Erkrankung stecken. Haben die Beschwerden harmlose Ursachen, helfen oft altbewährte Hausmittel. Gibt es jedoch Anzeichen, die auf eine ernste Erkrankung hindeuten, ist ein Arztbesuch unumgänglich.

Wie es zu geschwollenen Beinen kommt

Nicht nur ältere Menschen haben Schwierigkeiten mit dicken Knöcheln. Auch Personen, die berufsbedingt viel stehen oder den ganzen Tag sitzen müssen, leiden häufig darunter. Ursache ist meist zu wenig Bewegung. Die Venen werden stark belastet und der hohe Druck auf die Gefäße führt dazu, dass sich Flüssigkeit im Gewebe ansammelt. Da sich Gefäße bei Wärme erweitern, sind geschwollene Beine und Füße besonders bei sommerlichen Temperaturen ein Problem. Auch Übergewicht, Rauchen und ein höheres Lebensalter belasten die Venen und fördern so die Entstehung von Wasseransammlungen, sogenannten Ödemen. Solche Schwellungen treten meist an Fußrücken, Knöcheln und Schienbeinen auf. Oft fühlen sich die Beine für die Betroffenen schwer und die Haut unangenehm gespannt an. Drückt man mit einem Finger auf die Ödeme, bleibt für kurze Zeit eine deutlich sichtbare Delle zurück.

Das hilft gegen geschwollene Beine

Werden die Beine hochgelegt und die Venen dadurch entlastet, gehen die unschönen Schwellungen in der Regel schnell zurück. Eine geeignete Sofortmaßnahme ist auch Bewegung, beispielsweise ein flotter Spaziergang. Daneben hilft Abduschen oder Baden der Beine mit kaltem Wasser gegen das Schweregefühl. Ist langes Stehen oder Sitzen im Arbeitsalltag nicht zu vermeiden, kann das Tragen von Stützstrümpfen die Beschwerden lindern. Extrakte aus der Rosskastanie unterstützen die Venen und wirken entzündungshemmend. Salben und Gele mit Wirkstoffen aus Rosskastanien können so schmerzhaften Schwellungen vorbeugen. Doch nur bei leichten und gelegentlichen Beschwerden reichen solche Maßnahmen aus. Treten geschwollene Beine dagegen häufig oder ansonsten ohne erkennbare äußere Ursachen, wie sommerliche Hitze und langes Sitzen auf, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Auch erste Anzeichen von Krampfadern oder Besenreisern sowie einseitig auftretende Schwellungen können auf eine ernsthafte Erkrankung hindeuten.

Geschwollene Beine können gefährlich sein

Wer die Symptome zu lange Zeit ignoriert, riskiert unter Umständen ernsthafte Konsequenzen. Krampfadern oder sogar lebensbedrohliche Thrombosen können die Folge sein. Denn hinter vermeintlich harmlosen Wasseransammlungen können sich ernst zu nehmende Krankheiten verbergen. Zahlreiche Erkrankungen innerer Organe, insbesondere Herzschwäche und Nierenkrankheiten, können beidseitig geschwollene Beine auslösen. Auch Krebstumore verschiedener Organe können die Ursache sein. Es kommen aber ebenso Mangelzustände, Alkoholmissbrauch, Medikamenteneinnahme, Diabetes, Essstörungen oder Hormonstörungen als Auslöser infrage. Hinter einseitigen Schwellungen stecken dagegen häufig Erkrankungen der Venen und der Gefäße, bis hin zu schwerwiegenden Entzündungen und Thrombosen. Es können allerdings genauso eine schlechte Durchblutung von Arterien, Infektionen oder Tumore ursächlich sein.

Lymphödem als mögliche Ursache

Wird neben Fußrücken und Knöcheln der ganze Fuß, einschließlich der Zehen, dick, so ist das ein Hinweis auf eine Erkrankung des Lymphsystems, ein sogenanntes Lymphödem. Störungen der Lymphbahnen sind häufig angeboren. Diese vererbbare Form tritt meist vor dem 35. Lebensjahr auf und betrifft mehr Frauen als Männer. Aber auch erworbene Schäden am Lymphsystem, zum Beispiel aufgrund von Venenerkrankungen als auch Folgen von Operationen und Krebsbehandlungen sind häufige Gründe für geschwollene Beine.

Charakteristisch für das Lymphödem ist, dass in den Schwellungen nach Eindrücken keine Dellen zurückbleiben. Auch Hautveränderungen sind typisch. In den späteren Stadien der Krankheit sind die Ödeme dauerhaft und gehen auch bei hochgelagerten Beinen nicht mehr zurück. Ohne Behandlung bilden sich Gewebswucherungen, sogenannte Fibrosen, die schließlich verhärten. Nur durch konsequente Therapie mit Lymphdrainage und Kompressionsbehandlung kann die Erkrankung aufgehalten werden.

Lipödeme lassen die Beine anschwellen

Von Lipödemen sind meist nur Frauen betroffen. Es handelt sich dabei um eine Fettverteilungsstörung, die häufig nach hormonellen Veränderungen wie Pubertät oder Schwangerschaft auftritt. Oft sind die gesamten Beine betroffen, jedoch nicht die Füße. In der Regel kommt es nicht nur zu vermehrtem Fettgewebe, das die Beine gleichmäßig, säulenartig anschwellen lässt, sondern auch zu Wassereinlagerungen. Im weiteren Verlauf der Erkrankung wird häufig das Lymphsystem geschädigt und es entsteht zusätzlich ein Lymphödem. Das Lipödem ist nicht heilbar, eine umfassende Entstauungstherapie mit Kompressionsverbänden und -Strümpfen kann das Fortschreiten der Krankheit jedoch verlangsamen. In vielen Fällen kann nur eine Fettabsaugung der betroffenen Stellen langfristige Verbesserungen herbeiführen.

So bleiben die Beine schlank und gesund

Um geschwollene Beine zu verhindern und Venenproblemen vorzubeugen, ist viel Bewegung wichtig. Ausdauersport, wie Walken, Radfahren oder Schwimmen, verbessert die Funktion der Venen und verhindert dadurch die Entstehung von Ödemen. Auch im Alltag und am Arbeitsplatz sollten Betroffene sich so viel wie möglich bewegen, indem sie beispielsweise öfter mal aufstehen und umhergehen oder die Mittagspause für einen Spaziergang nutzen.

Daneben sind regelmäßige Wechselduschen ein gutes Training für die Venen. Alkohol und Zigaretten sollten dagegen weitestgehend vermieden werden, da sie sich schädigend auf die Gefäße auswirken. Sehr hilfreich im Kampf gegen geschwollene Beine ist auch eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährungsweise. Besonders kochsalzarme Ernährung wirkt sich positiv auf den Wasserhaushalt des Körpers aus.

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