Hüftschnupfen – Was steckt hinter der Erkrankung?

Erläuterung – was ist ein Hüftschnupfen?

Der Hüftschnupfen oder Coxitis fugax beschreibt eine recht häufig auftretende, nicht bakterielle und schmerzhafte Entzündung der Schleimhaut in der Hüftgelenkkapsel. Sie geht mit einer erheblichen Einschränkung der Bewegungsfähigkeit einher, heilt jedoch in der Regel nach wenigen Wochen folgenlos aus. Sie entsteht durch eine Flüssigkeitsansammlung im Gelenkspalt, die eine Entzündungsreaktion zur Folge hat.

Die Erkrankung betrifft in erster Linie Kinder im Vorschul- und Volksschulalter zwischen drei und acht Jahren und tritt bei Erwachsenen nur äußerst selten auf. Warum hauptsächlich Kinder an Hüftschnupfen erkranken, konnte noch nicht erforscht werden. Jungen sind deutlich häufiger betroffen als Mädchen, wobei auch hierfür noch keine wissenschaftliche Erklärung gefunden werden konnte.

Ursachen und Diagnose eines Hüftschnupfens

Dem Hüftschnupfen liegt keine bakterielle oder virale Infektion zugrunde. Da die Erkrankung jedoch in den meisten Fällen zeitgleich mit oder kurz nach einer Virusinfektion der oberen Atemwege auftritt, wird vermutet, dass der Entzündungsherd aus noch nicht bekannten Gründen auf das Hüftgelenk übergreift. Dies erklärt die im deutschen Sprachraum gebräuchliche, recht eigentümliche Bezeichnung „Hüftschnupfen“. Allerdings kann die Entzündung auch in Verbindung mit einer Magen-Darm-Grippe auftreten.

Um die Erkrankung zu diagnostizieren, muss der behandelnde Arzt eine bakterielle Hüftgelenksentzündung, eine schwerwiegende orthopädische Krankheit oder eine Borreliose ausschließen, indem er eine laborchemische Analyse des Blutbildes, ein Röntgen und gegebenenfalls eine Gelenkspunktion veranlasst.

Symptome und Verlauf des Hüftschnupfens

Die typischen Beschwerden des Hüftschnupfens treten bei Kindern plötzlich auf und zeigen sich meist zunächst in einseitig auftretenden starken Schmerzen in der Leistengegend. Diese strahlen oft bis zum Kniegelenk oder zumindest in die Vorderseite des Oberschenkels aus. Nur selten werden die Beschwerden in beiden Seiten der Hüfte beobachtet. Die betroffenen Kinder weigern sich plötzlich, zu gehen oder zu laufen, können sich kaum mehr rühren oder humpeln aufgrund der mitunter qualvollen Schmerzen. Bei kleineren Kindern wird die Erkrankung von den Eltern oft während des Windelwechselns bemerkt, da die kleinen Patienten bei Bewegungen der Hüfte lautstark zu schreien beginnen.

Da keine Infektion mit Bakterien vorliegt, geht die Erkrankung weder mit Fieber noch mit anderen Symptomen einher. In der Regel heilt der Hüftschnupfen nach einer oder zwei, spätestens fünf bis sechs Wochen spontan aus. Nur äußerst selten kommt es zu einer Chronifizierung, die in den meisten Fällen auf eine erblich bedingte Immunschwäche zurückzuführen ist. Daher ist es besonders bei Kleinkindern wichtig, beim Auftreten der Symptome ehestens einen Arzt aufzusuchen.

Behandlung von Coxitis fugax

Da die Erkrankung meist nach spätestens zehn Tagen von selbst und ohne Folgen ausheilt, sind keine gezielten Therapiemaßnahmen erforderlich. Wurde bei einem Kind ein Hüftschnupfen diagnostiziert, verordnet der Arzt in den ersten Tagen strenge Bettruhe, um das erkrankte Hüftgelenk zu schonen und die Schmerzen für den kleinen Patienten so gering wie möglich zu halten. Danach sollte der Bereich langsam und schrittweise wieder an die regelmäßige Bewegung gewöhnt werden. Bei älteren Kindern ab etwa sechs Jahren können Gehhilfen zum Einsatz kommen, um den betroffenen Bereich zusätzlich zu entlasten.

Leidet der kleine Patient unter qualvollen Schmerzen, kann der Arzt ein schmerzlinderndes Arzneimittel oder ein entzündungshemmendes Medikament verschreiben. Um sicherzustellen, dass die Erkrankung vollständig ausgeheilt ist, sollte das betroffene Kind nach spätestens drei Monaten erneut einem Arzt vorgestellt werden, damit dieser eine Kontrolluntersuchung durchführen kann.

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