Johanniskraut: Anwendung, Wirkung, Nebenwirkungen

Das Echte Johanniskraut, auch Tüpfel-Johanniskraut oder Hypericum genannt, beschreibt eine in ganz Europa beheimatete Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu sechzig Zentimetern erreicht und durch ihre leuchtend gelben, an einer Scheindolde wachsenden Blüten auffällt. Sie ist an Weg- und Waldrändern, Böschungen, Wiesen und Ufergebieten anzutreffen und kann problemlos in Gärten kultiviert werden. Hypericum gedeiht am besten an sonnigen oder halbschattigen Standorten und stellt kaum Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit. Bereits im Mittelalter wussten die Menschen um die besondere Heilwirkung dieser Pflanze. Die Anwendung von Johanniskraut kann innerlich und äußerlich erfolgen und eignet sich unter anderem zur sanften Behandlung psychischer Leiden und entzündlicher Gelenkserkrankungen sowie von Hautkrankheiten und Magen-Darm-Beschwerden.

Innerliche Anwendung von Johanniskraut

Die Anwendung von Johanniskraut ist vielfältig, denn die Inhaltsstoffe der Pflanze entfalten ihre Wirkung gegen unterschiedliche Leiden sowohl in Teeaufgüssen und Arzneimitteln als auch in Tinkturen, Salben und Ölen. Zur innerlichen Anwendung von Johanniskraut eignen sich Tinkturen und Teeaufgüsse oder in der Apotheke erhältliche Arzneimittel in Tablettenform. Der bekannteste Anwendungsbereich von Hypericum ist die Behandlung von psychischen Verstimmungen. Tüpfel-Johanniskraut gilt als das wirksamste natürliche Antidepressivum überhaupt. Leichte Depressionen, Unruhe und Angstzustände, Schlafstörungen und Nervosität können durch die innerliche Anwendung von Johanniskraut deutlich gelindert werden, wobei es über mehrere Monate eingenommen werden muss. Hochdosierte Präparate aus der Apotheke eignen sich dafür ebenso wie Johanniskrauttee, wobei davon mindestens zwei bis drei Tassen täglich getrunken werden müssen.

Die innerliche Anwendung von Johanniskraut lindert auch Kopfschmerzen, Migräne, Neuralgien, Hexenschuss, Verdauungsprobleme und Blasenentzündungen. Durch die stark antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung dieser Pflanze kann der Tee auch bei Infektionen der oberen Atemwege und Fieber getrunken werden. In der Frauenheilkunde kommt Hypericum gegen Endometriose, Menstruations- und Wechseljahrbeschwerden sowie Zyklusstörungen zum Einsatz.

Hypericum und die Haut

In der äußerlichen Anwendung des Johanniskrauts ist vor allem die Einreibung der Haut mit dem leuchtend roten, aus den frisch geernteten Blüten gewonnenen Öl bekannt, das hervorragend gegen Stiche und kleine Verletzungen, Quetschungen, Zerrungen, Narben und Muskelschmerzen hilft. Auch bei infizierten Wunden, oberflächlichen Verbrennungen, Ekzemen und Geschwüren sowie Hämorrhoiden und Gürtelrose werden mit Johanniskrautöl beachtliche Erfolge erzielt.

Stillende Frauen können das pflegende Öl bedenkenlos anwenden, wenn sie unter wunden Brustwarzen leiden. Aus den Blüten und oberen Pflanzenteilen kann auch eine Tinktur hergestellt werden, indem die frisch geernteten Pflanzenteile mit Doppelkorn in ein Schraubglas gefüllt werden und an einem warmen Ort mehrere Wochen lang ziehen. Nach dem Abseihen wird die Flüssigkeit in eine dunkle Glasflasche gefüllt und hält etwa ein Jahr. Die Tinktur kann pur aufgetragen oder als Zusatz für Bäder oder Waschungen verwendet werden. Regelmäßig angewendet wirkt Hypericum hervorragend gegen Rheuma, Gicht, Rückenschmerzen und Neuralgien.

Nebenwirkungen von Hypericum

Das Tüpfel-Johanniskraut steigert die Photosensibilität der Haut, weshalb die Pflanze vor allem gegen Winterdepressionen, denen ein Lichtmangel zugrunde liegt, äußerst wirksam ist. Gleichzeitig sollten hellhäutige Menschen, die Präparate auf Johanniskraut-Basis anwenden, im Sommer pralle Sonne vermeiden, da sonnenbrandähnliche Hautreaktionen, Magen-Darm-Beschwerden und Müdigkeit auftreten können. Da Hypericum die Aktivität eines bestimmten Enzyms in der Leber erhöht, das für den Abbau von Arzneistoffen verantwortlich ist, kommt es bei hohen Dosierungen von Johanniskraut-Präparaten zu einer eingeschränkten Wirksamkeit verschiedener Medikamente. Personen, die hormonelle Verhütungsmittel, Immunsuppressiva oder Arzneistoffe gegen HIV, Herzerkrankungen oder Krebs einnehmen, sollten daher auf die Anwendung von Johanniskraut verzichten.

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