Krebsgefahr bei Oralsex – und was dagegen hilft

Ja, es gibt einen Zusammenhang zwischen Mundküssen und Oralsex auf der einen Seite sowie der Entstehung von Mundhöhlen- und Gebärmutterhalskrebs auf der anderen Seite. Als Auslöser gilt das humane Papillomvirus. Während diese Erkenntnis im Bereich von Gebärmutterhalskrebs als wissenschaftlich gesichert gilt, stellen die Forscher beim Mundhöhlenkrebs eine auffällige Häufung zwischen diesen Sexualpraktiken und dem Mundhöhlenkrebs fest. Eine aktuelle Studie, durchgeführt an amerikanischen Studenten und der Kontrollgruppe aus einer Hals-, Nasen-, Ohrenklinik, förderte diesen Zusammenhang zutage: Studenten, die nach eigenen Angaben regelmäßig Oralsex praktizieren, besitzen tatsächlich ein deutlich erhöhtes Mundkrebsrisiko. Ein Grund zur Panik besteht jedoch nicht: Nur jede sechste Krebserkrankung weltweit wird durch Viren verursacht. Die Auslöser sind dann vor allem Hepatitis-B- und -C-Viren sowie humane Papillomviren. Nichtsdestotrotz kann eine spezielle zahnärztliche Untersuchung hier Sicherheit geben und sollte auch als Teil der Vorsorge wahrgenommen werden.

Was sind humane Papillomviren?

Generell sind Viren Partikel von mikroskopischer Größe, bestehend aus Erbmaterial und einer Eiweißhülle als Schutzmantel. Im Gegensatz zu anderen Krankheitserregern wie Bakterien zum Beispiel besitzen sie jedoch keinen eigenen Stoffwechsel, das bedeutet: Viren benötigen zur Vermehrung einen Wirt – und das sind die Zellen eines anderen, lebenden Organismus. Bei einer Virusinfektion dringt das Virus in eine Wirtszelle ein und zwingt den Organismus, das Material des Eindringlings zu reproduzieren. Eine Krebserkrankung jedoch kann niemals allein von einem Virus ausgelöst werden. Personen, die mit einem Tumorvirus infiziert sind, bekommen nur zu einem Bruchteil tatsächlich einen Tumor – und den oft erst nach Jahrzehnten. Und wichtig ist: Nur das Virus, nicht aber die Krebserkrankung selbst wird übertragen! Humane Papillomviren (HPV) sind weltweit die sexuell am häufigsten übertragenen Viren. Bekannt davon sind bislang etwa 120 Virustypen, von denen etwa 40 Geschlechtsorgane befallen können. Sie können gutartige Feigwarzen an den Genitalien auslösen aber auch an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt sein.

Wie entstehen Mundhöhlen und Gebärmutterkrebs?

Eine HPV-Infektion machen etwa 80 Prozent aller sexuell aktiven Menschen in ihrem Leben durch. Bei den infizierten Frauen heilen sie zu 90 Prozent ohne Therapie und Folgen in maximal zwei Jahren aus. Die restlichen zehn Prozent bleiben dauerhaft infiziert, doch nur etwa ein bis drei Prozent entwickeln sich zu einem Gebärmutterhalskrebs. Dazu benötigt es einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren. Sowohl beim Gebärmutterhalskrebs wie auch beim Mundhöhlenkrebs spielt der Subtyp 16 des HPV eine Rolle. Er kommt in verschiedenen Körperschleimhäuten vor, unter anderem in der Mundhöhle und im Gebärmutterhals und kann beim Oralsex aktiviert werden. Ein gesunder Organismus mit intaktem Immunsystem allerdings wird mit dem HPV-Subtyp 16 problemlos fertig. Begünstigt wird eine Infektion durch weitere Risikofaktoren wie Rauchen oder häufig wechselnden Geschlechtsverkehr. Die Forscher allerdings haben inzwischen einen Impfstoff entwickelt. Er setzt die beiden häufigsten HPV-Erreger 16 und 18 matt. Ansonsten gelten bekannte Regeln: Regelmäßige Vorsorge, Hygiene und Prävention – obwohl ein Kondom in diesem Falle keine Garantie gegen die Übertragung darstellt. Aber eine Mundspülung nach Oralsex erhöht die Sicherheit.
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