Menière-Krankheit – Morbus Menière: Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung von Morbus Menière konzentriert sich auf die Linderung der Symptome. Da die Ursachen der Erkrankung nicht bekannt sind, ist eine ursachenbezogene Therapie nicht möglich. Je nach Schwere und der Ausprägung der Erkrankung können unterschiedliche Behandlungsmethoden eingesetzt werden:

1. Die Verabreichung von Medikamenten

Es gibt unterschiedliche Medikamente, die zur Therapie von Morbus Menière eingesetzt werden können. Die Art der medikamentösen Behandlung richtet sich dabei nach der Form und der Ausprägung der Erkrankung im Einzelfall.

• Bei einem akuten Anfall

Arzneimittel sind insbesondere bei einem akuten Anfall ein Mittel, zu dem ein Arzt greift. Bei starken Schwindelanfällen werden dabei Antivertiginosa verabreicht. Die Antiemetika werden gegen Übelkeit eingesetzt.

Bei einem sehr starken Anfall können die Wirkstoffe in Form einer Infusion zugeführt werden. Dies geschieht im Krankenhaus oder in einer Arztpraxis. Bei zu starkem Erbrechen kann durch die Infusion zudem der Wasser- und Elektrolytverlust behoben werden.

Die Behandlung führt in den allermeisten Fällen zum Erfolg und lindert die akuten Beschwerden. Angesichts der erheblichen Nebenwirkungen der Medikamente kann die Therapie nicht durchgehend erfolgen. Zur Vorbeugung der Anfälle ist diese Methode nicht geeignet.

• Die vorbeugende medikamentöse Behandlung

Zur Behandlung von häufig auftretenden Anfällen von Morbus Menière kann eine zeitlich beschränkte Intervalltherapie mit Betahistin eine Linderung bedeuten. Bei manchen Patienten hilft das Medikament, Schwindelanfälle abzuschwächen oder die Anzahl der Anfälle stark zu reduzieren. Einen sicheren Erfolg bietet die Therapie jedoch nicht. In jedem einzelnen Fall sollte zudem die jeweilige Linderung gegen die möglichen Nebenwirkungen des Medikaments abgewogen werden. Eine genaue Beobachtung der eigenen körperlichen Reaktion auf das Mittel und ein vertrauensvolles Gespräch mit dem behandelnden Arzt kann bei der Beurteilung eine Hilfe sein.

2. Das innere Gleichgewichtsorgan ausschalten

Eine andere Maßnahme zur Behandlung von Morbus Menière ist die Ausschaltung einiger Abschnitte des Innenohrs. Dafür wird dem Patienten das Antibiotikum Gentamycin verabreicht, das über das Trommelfell ins Mittelohr eingeführt wird. Vom Mittelohr gelangt das Mittel dann ins Innenohr, wo es das Gleichgewichtsorgan zeitweise lähmt und dadurch ausschaltet. Wenn alles perfekt funktioniert hat, können die Schwindelanfälle nach dieser Therapiemethode zeitweise verschwinden. Zu beachten ist jedoch, dass eine solche Behandlung eine starke Belastung für das Trommelfell und damit für das gesamte Hörvermögen bedeutet, da die Therapie in regelmäßigen Abständen wiederholt werden muss. Im Ergebnis kann es also passieren, dass diese Behandlung zur starken Schwerhörigkeit oder sogar zur vollständigen Taubheit beim Patienten führt.

4. Die Operation

In besonders schweren Fällen, wenn alle anderen medizinischen Mittel versagt haben, kann der Arzt zu einer Operation greifen. Operativ wird der Gleichgewichtsnerv vollständig und nachhaltig durchtrennt. Die Operation führt auf dem betroffenen Ohr zur endgültigen Taubheit des Patienten. Daher kommt sie nur dann zur Anwendung, wenn das Gehör des Betroffenen bereits erheblich geschädigt oder vollständig verloren ist.

5. Allergene ausschalten

Anzuraten ist es, zur Vorbeugung weiterer Krankheitsausbrüche die möglichen allergieauslösenden Mittel zu beseitigen. Welche das sein können, ist pauschal nicht zu beantworten. In einigen Fällen hilft es bereits, den Haushalt auf die duftstofffreien Reinigungs- und Waschmittel umzustellen. Bei anderen Betroffenen hilft die Vermeidung von Geschmacksverstärkern und Konservierungsmitteln in der Nahrung. Bei einigen Menschen bedeutete der Umzug in eine trockene, schimmelfreie Wohnung das Ende der Erkrankung.

6. Andere Wege, um Anfälle vorzubeugen

Bei manchen Betroffenen lassen die Anfälle nach – oder verschwinden sogar vollständig – wenn sie ihren Lebensstil nachhaltig geändert haben. Als positiv zeigt sich vor allem:

• Der Verzicht auf Nikotin, Alkohol und Koffein

Auf diese Weise wird der Körper entlastet und das Immunsystem gestärkt. Die Kreislaufbelastung wird gemindert. Eine positive Wirkung stellt sich oft bereits nach einigen Wochen ein.

• Regelmäßige Bewegung und das Gleichgewichtstraining

Hilfreich kann auch der Aufbau der körperlichen Fitness sein. Bei manchen Menschen helfen schon regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft. Leichtes Joggen kann den Effekt sogar noch verstärken.

• Stress vermeiden

Empfehlenswert ist im Weiteren, den Stress zu reduzieren oder sogar vollständig zu vermeiden. Hilfreich können dabei Entspannungsübungen oder Meditation sein. Leise Musik oder plätscherndes Wasser können den meditativen Effekt verstärken und dadurch zusätzlich die Heilung fördern.

7. Fazit

Gegen Morbus Menière gibt es kein absolutes Erfolgskonzept, keine Behandlung, die die Erkrankung mit Sicherheit heilt. Es gibt aber Wege und Möglichkeiten, die den Betroffenen helfen können. Welche das im Einzelfall sind, muss oft erst mit ärztlicher Unterstützung oder vom Erkrankten selbst herausgefunden werden.

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