Morbus Wegener: Definition – Symptome – Verlauf

1. Morbus Wegener – die Definition

Was ist Morbus Wegener?
Morbus Wegener – auch unter dem Namen Wegener-Granulomatose und granulomatöse Polyangiitis bekannt – ist eine Erkrankung der Blutgefäße. Dabei entzünden sich die kleineren Blutgefäße zum Teil chronisch und verursachen Folgeschäden an unterschiedlichen Organen. Betroffen werden können bei längerer Entzündung insbesondere:

  • die Lunge
  • der Nasenraum
  • das Mittelohr und
  • die Nieren

2. Morbus Wegener – die Ursachen

Die Ursachen von Morbus Wegener sind noch nicht vollständig geklärt. Die Fachärzte vermuten, dass mehrere Faktoren die Krankheit auslösen können. Im Verdacht stehen insbesondere:

  • Die Autoimmunreaktion des Körpers
    Morbus Wegener könnte durch eine Fehlschaltung des Immunsystems entstehen, indem die körpereigenen Blutzellen vom Körper bekämpft werden.
  • Allergische Reaktionen
    Nicht ausgeschlossen ist eine allergische Reaktion auf bestimmte Stoffe oder Zusammensetzungen. Was genau zu einer Allergie führt, müsste in jedem Einzelfall gesondert festgestellt werden.
  • Bakterielle Infektionen
    Möglich ist auch das Auslösen der Erkrankung durch eine Infektion mit Staphylokokken. Diese gelangen in den meisten Fällen durch die Nasenschleimhaut in den Körper.
  • Genetische Veranlagung
    Nicht ausgeschlossen ist außerdem eine genetische Disposition zu der Erkrankung. Diese kann sowohl vererbt werden wie auch auf einem zufällig aufgetretenen genetischen Defekt basieren

3. Morbus Wegener – die Symptome

Die Anzeichen der Krankheit können sehr unterschiedlich ausfallen. Welche Symptome in einem Einzelfall auftreten, hängt davon ab, an welchem Ort sich die Entzündung befindet und in welchem Stadium die Erkrankung ist.

Es lassen sich dabei zwei Stadien unterscheiden:

  • Das Anfangsstadium
    Zu Beginn der Erkrankung ist Morbus Wegener in der überwiegenden Anzahl der Fälle auf einen Ort im Körper beschränkt. Meistens ist der Hals-, Nasen- und Ohren-Bereich als Erstes betroffen.

            • Die Nase
              Beginnt die Erkrankung an der Nase des Betroffenen, können folgende Symptome auftreten:
              – hartnäckiger Schnupfen, der mit herkömmlichen Mitteln nicht zu bekämpfen ist
              – häufiges Nasenbluten ohne ersichtlichen Grund
              – Krustenbildung und Schleimhautwucherung in der Nase
            • Das Ohr
              Tritt die Entzündung an einem Ohr auf, können folgende Beschwerden die Folge sein:
              – Schmerzhafte Rötungen und Schwellung außen am Ohr
              – Gelegentlich können Blutungen im Ohr vorkommen
              – Wasseransammlungen im Mittelohr sind möglich
              – Gelegentlich kann ein gelbliches Sekret aus dem Ohr austreten
              Tinnitus
              – Schwindel
              – Hörminderung
            • Der Mund- und Rachenbereich
              Im Mund- und Rachenbereich können die Beschwerden sehr vielfältig sein. Es kommt dabei vor allem darauf an, an welcher Stelle die Entzündung sich ausbreitet.
            • Das fortgeschrittene Stadium
              Hochgefährlich wird die Erkrankung im fortgeschrittenen Stadium. Die Entzündung der Blutgefäße breitet sich aus und kann alle Organe befallen. Es treten bei den Betroffenen in dieser Phase verstärkt allgemeine Krankheitsanzeichen auf:
              -Schwäche
              -Fieber
              -Gewichtsverlust und
              -Nachtschweiß

4. Morbus Wegener – die Diagnose

Die Diagnose der Erkrankung kann mit Hilfe von Biopsie mit Sicherheit durchgeführt werden. Es werden dabei kleine Gewebeproben der entzündeten Körperpartien entnommen. Unter dem Mikroskop lasst sich dann mit Bestimmtheit feststellen, ob im Einzelfall Morbus Wegener vorliegt.

Um festzustellen, an welchem Ort des Körpers eine Gewebeentnahme vorgenommen werden sollte, wird mithilfe vom Röntgen, der Computertomographie oder der Magnetresonanztomographie der Entzündungsherd identifiziert.

5. Morbus Wegener – der Verlauf

Der Verlauf der Erkrankung ähnelt häufig dem einer Infektionskrankheit. Ein Erreger wird jedoch nicht gefunden.

Sind die Blutgefäße über längere Zeit hinweg entzündet – ist Morbus Wegener also chronisch geworden – kann es zum Absterben einzelner Gewebepartien kommen. Der Grund dafür liegt in der unzureichenden Durchblutung des Gewebes durch die andauernde Entzündung der Blutgefäße.

Ist das Absterben des Gewebes eingetreten, ist ein operativer Eingriff nicht zu vermeiden. Das abgestorbene Gewebe würde sonst zu einer Blutvergiftung und – im schlimmsten Fall – zum Tod des Betroffenen führen.

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