Ohrensausen (Tinnitus): Ursachen – Symptome – Verlauf

Definition: Was ist Tinnitus?

Die lateinische Bezeichnung Tinnitus aurium, kurz Tinnitus, steht für die Ohrgeräusche, die innerhalb des Ohres entstehen, also nicht den von außen kommenden Schallwellen entsprechen. Meist werden die rauschenden, klingenden oder pfeifenden Geräusche im Ohr nur vom Betroffenen selbst wahrgenommen.

Ohrensausen – Tinnitus: Ursachen und Symptome

Tinnitus und seine Ursachen unterscheiden sich nach Art und Ort der Entstehung. Durch Reizung der Gehörnerven oder durch krankhafte Prozesse im Innenohr entstehen die nervösen Ohrgeräusche. Der entotische Tinnitus dagegen hat meist einen kräftigeren, tieferen Klang. Dieses Ohrensausen, –brummen oder –knattern wird durch Muskelbewegungen an Trommelfell, Ohrtrompete usw., durch Bewegungen von entzündlichen Flüssigkeitsansammlungen in der Paukentrompete sowie durch die Strömung des Blutes hervorgerufen. Ein mit dem Herzschlag synchron pochender Tinnitus ist kennzeichnend bei krankhaften Ausweitungen arterieller Blutgefäße, Bluthochdruck und Durchblutungsstörungen. Die Behandlung erfolgt nach gründlicher Untersuchung entsprechend der Grunderkrankung.
Weiterhin wird zwischen den plötzlich und anfallsartigen Ohrgeräuschen und denen, die schleichend auftreten, unterschieden.

Akuter Tinnitus und seine Ursachen

Der Tinnitus begleitet von heftigem Schwindel, Schwerhörigkeit, Übelkeit und Erbrechen lässt auf die Ménière-Krankheit oder eine Innenohrentzündung schließen.

Bei der Ménière-Krankheit verursacht eine Flüssigkeitsansammlung im Innenohr bei dem Erkrankten einen plötzlich auftretenden Drehschwindel mit Übelkeit und Erbrechen für Minuten oder Stunden, in der Regel einem Tinnitus auf einem Ohr und Schwerhörigkeit, häufig verbunden mit Doppelhören. Das Hörvermögen verringert sich, wenn Anfallshäufigkeit und Dauer zunehmen. Ein Verzicht auf Nikotin, Alkohol und Kaffee beugt der Erkrankung vor. Salzarme Ernährung zur Entwässerung erreicht eine Besserung der Symptome bei einem Anfall, aber auch während der anfallsfreien Zeit.

Auch die Labyrinthitis, die entzündliche Innenohrentzündung, gilt als Tinnitus-Ursache. Infolge einer Mittelohrentzündung, Mittelohroperation, eines Cholesteatoms oder einer Verletzung treten Krankheitszeichen wie Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, zunehmende Schwerhörigkeit bis hin zum Hörverlust sowie Tinnitus auf.

Bei Beschwerden wie Tinnitus und plötzlichem Hörverlust ist neben einer Gefäßerkrankung der Hörsturz die wahrscheinliche Ursache. Der sofortige Arztbesuch gilt als erste Maßnahme.

Beim Hörsturz bemerken die Betroffenen einen plötzlich auftretenden, meist einseitigen, kompletten oder teilweisen Hörverlust, verbunden mit Schwindel, Druckgefühl und Tinnitus. Durchblutungsstörungen im Innenohr, hervorgerufen durch Herzerkrankungen, Blutdruckschwankungen, Erkrankungen der Halswirbelsäule, Virusinfekte, Nebenwirkungen von Medikamenten und allergische Reaktionen, werden als Auslöser des Hörsturzes diskutiert.

Auch psychische Belastungen werden als auslösender Faktor vermutet, sodass der Verdacht nahe liegt, dass jene Menschen hörsturzgefährdet sind, die in einem Ungleichgewicht von Spannung und Entspannung leben. Wenn sich auch das Hörvermögen in den meisten Fällen spontan wieder normalisiert, ist der Hörsturz eine Notfallsituation, die sofort behandelt werden muss.

Beschwerden wie Tinnitus und Druckgefühl im Ohr mit eventueller Hörminderung lassen auf Tinnitus-Ursachen wie Blutdruckveränderungen oder Tubenkatarrh schließen.

Kommt es zu einem plötzlich auftretenden Druckgefühl im Ohr begleitet von Ohrgeräuschen und Schwerhörigkeit liegt der Verdacht auf eine Syringitis, einem Tubenmittelohrkatarrh, nahe. Durch die entzündete Ohrtrompetenschleimhaut kommt es durch den Unterdruck im Mittelohr zu einer Verlagerung des Trommelfells und zu einer Beeinträchtigung der Beweglichkeit des Gehörknöchelchens, was sich in Minderung des Hörvermögens äußert.

Bei Beschwerden wie ein- oder beidseitigem Tinnitus ohne Hörminderung sind wahrscheinlich Stress, psychische Belastung oder auch eine Kieferfehlstellung ursächlich.

Werden die Kieferfehlstellungen und der damit verbundene Tinnitus durch kieferorthopädische Maßnahmen behoben, können bei durch Stress bedingten Tinnitus Entspannungs- und Gewöhnungstraining hilfreich sein. Die Abklärung des Entstehungsmechanismus des Tinnitus ist nicht immer möglich.

Chronischer Tinnitus und seine Ursachen

Bei Beschwerden wie schleichend auftretende, tiefe Ohrgeräusche mit Hörminderung liegt als Ursache des Tinnitus wahrscheinlich die Otosklerose vor.
Die Betroffenen klagen über Tinnitus, der häufig als Grillenzirpen beschrieben wird, und zunehmender Schwerhörigkeit, wobei ein Ohr meist schwerer betroffen ist als das andere, seltener über Drehschwindel. Bei dieser erblichen Erkrankung kommt es zu Knochenneubildungen im Innenohr. Führen die Verknöcherungsherde zu einer vollständigen Unbeweglichkeit des Steigbügels, resultiert daraus eine hochgradige Schwerhörigkeit. Bleibt die Otosklerose unbehandelt, kann sie zum völligen Verlust des Hörvermögens führen.

Ursächlich für Beschwerden wie streng einseitigem Tinnitus, zunehmende Hörminderung und eventuellem Drehschwindel können Tumore des Ohres oder des Gehirns sein, z. B. das Akustikusneurinom
Das Akustikusneurinom ist ein gutartiger Tumor im Kleinhirnbrückenwinkel oder im inneren Gehörgang. Die Betroffenen klagen über zunehmende Schwerhörigkeit auf einem Ohr, begleitet von Tinnitus. Zu den häufigsten Krankheitszeichen gehören aber auch der plötzliche Hörsturz und Gleichgewichtsstörungen. Das Akustikusneurinom muss operativ entfernt werden.

Allgemeine Symptome bei Anämien sind neben dem Tinnitus vor allem Haut- und Schleimhautblässe, Müdigkeit und herabgesetzte Leistungsfähigkeit. Bei der Blutarmut, der Verminderung der roten Blutkörperchen bzw. des roten Blutfarbstoffes, reagieren die Patienten unter Umständen mit Kreislaufstörungen mit Ohnmacht und Drehschwindel. Die Anämie ist nach Ursachen und Verlauf ein vielschichtiges Geschehen, sodass bei den einzelnen Anämieformen noch verschiedene besondere Anzeichen auftreten können.

Ein oft schwirrender Tinnitus bei erhöhter Herzfrequenz, Herzrhythmusstörungen und warme, gerötete Haut gehören bei jüngeren Patienten zu den deutlichen Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose). Ein symptomarmer Verlauf zeigt sich bei älteren Menschen. Eine Erkrankung der Schilddrüse ist in den meisten Fällen ursächlich für die gesteigerte Produktion und Ausschüttung von Schilddrüsenhormonen.

Beschwerden wie Tinnitus und Hörminderung, eventuell auftretender Drehschwindel und Kopfschmerzen lassen neben der Altersschwerhörigkeit auf ein Halswirbelsäulensyndrom schließen. Ausgelöst von degenerativen Veränderungen im Bereich der Halswirbelsäule ist das Zervikalsyndrom ein Krankheitsbild mit vielschichtigen Beschwerden. Es treten neben den genannten Symptomen Bewegungseinschränkungen der Halswirbelsäule, Verspannungen der Nackenmuskulatur und Ausfallerscheinungen der Nerven auf.

Gegen Tinnitus schrittweise vorgehen: Vielversprechende Hilfe für Tinnitusgeplagte verspricht die Silentius-Schritt-für-Schritt-Methode*

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