Sterilisation beim Mann (Vasektomie)

Was versteht man unter einer Sterilisation bei Männern?

Bei der Vasektomie, so der medizinische Begriff, werden die Samenleiter durchtrennt, um zu verhindern, dass Samenzellen in die Gebärmutter gelangen und so eine Befruchtung von Eizellen nicht mehr möglich ist. Dadurch zählt die Sterilisation bei Männern zu den sichersten Verhütungsmethoden, um eine ungewollte Schwangerschaft zu vermeiden.

Welche Methoden der Sterilisation beim Mann gibt es?

Um zu den Samenleitern zu gelangen, sind kleine Einschnitte rechts und links des Hodensackes erforderlich. Ein kleines Teilstück wird anschließend entfernt und die beiden Enden entweder verödet oder umgeschlagen und vernäht. Diese Methode wird trotz weiterentwickelter Verfahren nach wie vor am häufigsten durchgeführt.

Neu ist die Methode ohne Skalpell, bei dem die Haut ca. 1 cm mit einer eigens dafür entwickelten Klammer geöffnet wird. Die Trennung der Samenleiter erfolgt jedoch gleich wie die herkömmliche Operation. Bei der Clip-Technik, die eine Wiederherstellung erleichtert, werden die Samenleiter nicht durchtrennt, sondern nur mit einer Klammer abgetrennt. Mittels Plug-Technik, die aus Asien stammt, wird Silikon oder Polymer in die Samenleiter gespritzt, um passierende Samenzellen unfruchtbar zu machen.

Um postoperative Schmerzen zu verhindern, versuchte man die Samenleiter an der Hodenseite offen zu lassen, wodurch sich gewollt Granulome bilden konnten. Man versprach sich damit die Verhinderung von Schmerzen, die aufgrund eines zu hohen Drucks auf die Hoden entstanden. Wegen der hohen Fehlerquote der Methode wird sie jedoch fast nicht mehr angewendet.

In der Regel wird die Operation ambulant unter Lokalanästhesie durchgeführt. Auf Wunsch ist jedoch auch eine Vollnarkose möglich, aber da der Eingriff nur ca. 20 Minuten dauert und, rät man von einer solchen ab. Zu spüren ist lediglich die Einspritzung des Vereisungsmittels.

Wie sicher ist die Sterilisation beim Mann?

Die Vasektomie zählt zu den sichersten Verhütungsmethoden und kann daher auch erst ab einem gewissen Alter vorgenommen werden. Beim Erstgespräch mit dem Urologen wird abgeklärt, ob der Kinderwunsch tatsächlich abgeschlossen ist. Die Zeugungsunfähigkeit wird sechs Wochen nach dem Eingriff laufend getestet, da sich nach wie vor zeugungsfähige Spermien im unteren Bereich der Samenleiter befinden können und so lange sollte zusätzlich verhütet werden.

Verändert sich nach der Sterilisation beim Mann das Sexualleben?

Da bei der Sterilisation lediglich verhindert wird, dass zeugungsfähige Samenzellen transportiert werden können, bleibt sowohl die Lust als auch die Orgasmusfähigkeit erhalten. Ab und zu kann es zu psychischen Belastungen kommen, da man nun nicht mehr zeugungsfähig ist und sich nicht mehr als richtiger Mann fühlt. Das sind allerdings keine direkten Folgen der Sterilisation.

Kann man eine Sterilisation beim Mann rückgängig machen?

Grundsätzlich ist Wiederherstellung der Samenleiter schon möglich, wenn die Enden vernäht wurden, aber man hat keine 100%ige Garantie, dass damit auch die Zeugungsfähigkeit wiederhergestellt werden kann. Je länger die Sterilisation beim Mann zurückliegt, desto weniger Erfolgsaussichten bestehen. Deshalb ist es umso wichtiger, alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen, die zu einem Wiederherstellungswunsch führen könnten.

Welche Probleme sind bekannt?

An sich treten Komplikationen bei der Sterilisation von Männern sehr selten auf. Die häufigste Nebenwirkung betrifft dabei Blutergüsse und Wundinfektionen, die jedoch auch bei allen anderen Eingriffen vorkommen können, wenn Haut und Gewebe verletzt werden. Wichtig ist, dass man sich die ersten Tage nach der Operation schont, damit Nähte nicht einreißen können.

Sehr selten besteht auch die Möglichkeit einer bakteriellen Infektion mit eitrigen Abszessen, die mittels Antibiotika oder chirurgisch behandelt werden können. Bei spezialisierten Kliniken treten alleine durch die vorhandene Routine seltener Komplikationen auf.

Welche Risiken können auftreten?

Durch die aufrechte Samenproduktion und den daraus entstehenden Druck auf die Hoden können sich sogenannte Sperma-Granulome bilden und die wiederum in Einzelfällen zur Rekanalisierung. Treffen dabei die Samenleiterenden wieder aufeinander, kann unter Umständen die Zeugungsfähigkeit wieder hergestellt sein.

Kosten der Sterilisation bei Männern

Dieser Eingriff zur dauerhaften Verhütung wird von den Krankenkassen nicht übernommen, sofern keine medizinischen Gründe vorliegen. Die Preise für diese private Leistung beginnen bei ca. 300,-, je nach Leistungsumfang und erforderlichen Nachkontrollen.

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