Therapie von Diabetes mellitus: Heilung verantwortungsvoll unterstützen

Diabetes hat sich inzwischen zu einer Volkskrankheit entwickelt, die genetisch weitervererbt werden kann. Als Auslöser für die Erkrankung werden Stress und eine ungesunde, zu zuckerhaltige Ernährung unserer Gesellschaft verantwortlich gemacht. Auch immer mehr jüngere Menschen erkranken an der „Altersdiabetes“ (Typ 2). Diabetiker müssen ihre Ernährung und Lebensweise grundlegend umstellen und die Therapie mit viel Selbstverantwortung unterstützen. Nur so verhindern sie schlimme Folgeerkrankungen und machen eine teilweise Heilung möglich.

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Diabetiker sollten ihre Therapie und die Einhaltung der Maßnahmen unterstützen. – Foto: © Alexander Raths / 123rf.com

Welche Ursachen und Folgeerkrankungen hat Diabetes?

Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunerkrankung, bei der unser Körper kein eigenes Insulin bilden kann. Deshalb tritt die Erkrankung schon in jungen Jahren auf. Mediziner forschen bereits mit der Inselzellentherapie, eine Heilung ist allerdings derzeit noch nicht möglich.

Diabetes Typ 2 ist hingegen eine vererbbare Insulinresistenz der Körperzellen. Die Zellen reagieren immer weniger auf Insulin, bis sie schließlich resistent werden. Der Blutzucker kann nicht mehr in die Zellen gelangen und verbleibt im Blut. Erste Anzeichen für Diabetes sind daher unnormal hohe und ansteigende Blutzuckerwerte. Der erhöhte Blutzucker schadet auf lange Sicht den Blutgefäßen, Nerven und Organen. Daraus entwickeln sich mit der Zeit Folgeerkrankungen, wie Nierenschwäche, Sehschäden bis hin zu Netzhautablösungen, Hautprobleme, etc. Das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall steigt drastisch.

Besteht ein Risiko für Diabetes aufgrund einer Vererbung, kann mit einer gesunden Lebensweise einer Erkrankung vorgebeugt werden. Übergewicht und mangelnde Bewegung begünstigen hingegen das Entstehen von Diabetes. Wurde eine Diagnose festgestellt, kann der Betroffene auch hier die Therapie durch einen gesunden Lebensstil unterstützen und Folgeerkrankungen entgegenwirken.

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Eine ausgewogene, fett- und zuckerreduzierte Ernährung ist ein wichtiger Therapiebestandteil. – Foto: © Dmitry Lobanov / 123rf.com

Wie verläuft die medizinische Therapie von Diabetes Typ 2?

Je nach Grad und Schwere der Erkrankung wird die Therapie in Stufen eingeteilt.

  • In Stufe 1 wird der Patient über die Krankheit und ihre Behandlung umfassend informiert. Ziel dieser Therapiestufe ist es, mithilfe von Umstellungen der Lebensweise die Blutzuckerwerte innerhalb von drei bis sechs Monaten auf ein normales Maß zu regulieren. Dies soll mit einer gesunden Ernährung, Abnehmen, viel Bewegung und ggf. einer Rauch-Entwöhnung geschehen. In dieser ersten Phase ist eine Heilung bzw. ein Aufhalten der Erkrankung durch die Maßnahmen möglich.
  • Stufe 2 kommt zum Einsatz, wenn die Basistherapie alleine nicht anschlägt. Es werden orale Antidiabetika – also Tabletten – verabreicht, die den Blutzuckerspiegel normalisieren sollen. Die Maßnahmen der Basistherapie gelten weiterhin. Reguliert sich der Blutzucker auch mit dieser Therapieform nach drei bis sechs Monaten nicht, folgt Therapiestufe 3.
  • In Stufe 3 werden mehrere Medikamente miteinander kombiniert, die sich gegenseitig ergänzen sollen. Meistens werden zwei orale Antidiabetika in einfacher oder als Kombipräparate verschrieben. Reichen die Antidiabetika alleine nicht aus, wird in seltenen Fällen auch noch eine Insulintherapie ergänzt.
  • Zu Stufe 4 kommt es, wenn auch diese Maßnahmen nach drei bis sechs Monaten noch immer erfolglos sind. Nun wird die Insulin- und Kombinationstherapie intensiviert. Insuline bilden hier den Therapiekern. Sie werden oft noch mit Antidiabetika kombiniert. Dabei wird mahlzeitenabhängiges und -unabhängiges Insulin verabreicht.

Wichtig für den Erfolg der Therapie ist die regelmäßige Verlaufskontrolle, in der Blutdruck, Blutzucker und die Füße regelmäßig kontrolliert werden. Auf zuckerkrank.de wird die Verlaufkontrolle erklärt. Auf der Seite finden sich auch umfassende Informationen und Tipps rund um das Thema Diabetes Typ 2, z. B. eine ausführliche Therapiebeschreibung oder Ernährungstipps. Durch die Verlaufskontrolle kann die Therapiewirkung nachgemessen und die Maßnahmen entsprechend angepasst werden. Vor allem die regelmäßige Prüfung der Füße ist wichtig, um möglichst früh dem diabetischen Fuß entgegenwirken zu können: Durchblutungsstörungen und Nervenschäden als Folgeerscheinungen von Diabetes können in den Füßen am ehesten auftreten und führen dort zu Beeinträchtigung der Motorik und schwer heilenden Wunden.

Wie kann man die eigene Therapie unterstützen?Diabetes natürlich behandeln

Damit die Therapiemaßnahmen erfolgreich und die Ziele – Senkung des Blutzuckerspiegels und Verbesserung der Gesundheit – erreicht werden, muss der Diabetiker intensiv und aktiv mitarbeiten. Ist die Diagnose anfangs noch ein Schock, der positiv auf die Befolgung der ärztlichen Ratschläge wirkt, setzt mit der Zeit ein schleichender Prozess ein, der auch gerne als Therapieuntreue bezeichnet wird. Die Maßnahmen, wie Diät oder Medikamenteneinnahme, werden vernachlässigt. Als Grund dieser Untreue wird oft die Anstrengung gesehen, die mit der täglichen Einhaltung der Maßnahmen für viele Patienten verbunden ist. Besonders, da man die Medikamente nun sein Leben lang nehmen muss. Andererseits, wenn man keine direkten Beschwerden spürt und sich gesund fühlt, fällt es schwerer, an die Notwendigkeit der Therapieformen zu glauben.

  • Um allerdings Folgeerkrankungen zu vermeiden oder zu verschlimmern, sollte der Diabetiker mit großer Eigenverantwortung und Einhaltung der Maßnahmen seine Behandlung unterstützen. Auf diese Weise kann ein beschwerdefreies Leben erreicht werden.
  • Bei der Ernährungsumstellung sollte man statt strikter Verbote lieber eine bewusstere und gesündere Ernährung anstreben. Ein Diabetiker sollte sich darüber informieren, wie Nahrungs- und Genussmittel ihren Körper positiv oder negativ beeinflussen. Statt sich also Schokolade für immer zu verbieten, sollte man lieber Schokolade und andere Genussmittel in Maßen verzehren, z. B. nur maximal eine Tafel die Woche.
  • Man sollte sich allerdings an die strikte Einnahme der Medikamente halten. Durch die Verlaufskontrolle wird die Therapieform vom Arzt immer angepasst. Man sollte die Dosis nicht selbst verändern. Ansonsten kann es zu unerwünschten Nebenwirkungen oder Folgeschäden kommen. Falls man Nebenwirkungen bemerkt, kann der Arzt eine gezielte und sichere Anpassung vornehmen.

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