Was können Ursachen für Wadenkrämpfe sein?

Verschiedenen Schätzungen zufolge erleben bis zu 70 % der deutschen Bundesbürger einen Wadenkrampf. Der meist sehr schmerzhafte und plötzlich einsetzende Krampf der Wadenmuskulatur tritt dabei besonders häufig während der Nacht auf. Vor allem ältere Menschen und Leistungssportler weisen eine ausgeprägte Anfälligkeit für Wadenkrämpfe auf. Ursachen für Wadenkrämpfe können sich je nach Betroffenem deutlich voneinander unterscheiden – obwohl eine krampfende Wade in den meisten Fällen harmlos ist, kann sie ebenso gut Hinweise auf eine zugrunde liegende Erkrankung geben.

Typische Symptome

Ein Krampf der Wade führt meist zu ausgeprägten Schmerzen, die in ihrer Art einem Messerstich ähneln. Dabei tritt ein akuter Wadenkrampf im Regelfall lediglich an einer einzelnen Wade auf. Charakteristischerweise ist die Wadenmuskulatur während eines Krampfes spürbar verhärtet. Lokalisation und Stärke von durch Wadenkrämpfe verursachten Schmerzen können in Abhängigkeit vom einzelnen Betroffenen unterschiedlich ausfallen – so können sich Beschwerden im Einzelfall bis in die Fußzehen erstrecken. Hat sich ein stark ausgeprägter Wadenkrampf wieder zurückgebildet, können kurzfristige Schmerzen fortbestehen, die an einen Muskelkater erinnern.

Mögliche Ursachen

Wadenkrämpfe werden nicht etwa durch die Wadenmuskulatur an sich, sondern vielmehr durch zur Wade führende Nervenstränge ausgelöst. Während entsprechende Nervenzellen beim wachen Menschen dazu dienen, willentliche Muskelanspannungen der Wade zu erreichen, ist der Wadenkrampf Folge unkontrollierter Nervenimpulse. Diese unwillkürlichen Nervenimpulse sind dabei um ein Vielfaches stärker als die willkürlichen Impulse.

Ist ein Wadenkrampf nicht auf Erkrankungen zurückzuführen, so zählt zu den häufigsten Ursachen für Wadenkrämpfe ein Ungleichgewicht des körpereigenen Elektrolyt- und Flüssigkeitshaushaltes: Fehlen dem menschlichen Körper Elektrolyte wie Magnesium und Kalzium, so neigt das Muskelgewebe stärker zu Krämpfen. Mögliche Krampfauslöser sind hierbei etwa Ermüdung oder starke Belastung. Ein Magnesiummangel kann beispielsweise die Folge einer unzureichenden Flüssigkeitszufuhr oder einer erhöhten Flüssigkeitsausscheidung durch Schwitzen, Erbrechen oder Durchfall sein. Außerdem kann sich Magnesiummangel einstellen, wenn erhöhter Magnesiumbedarf (wie etwa bei sportlicher Betätigung, langfristigem Stress oder während der Schwangerschaft) nicht berücksichtigt wird.

Verbergen sich körperliche Erkrankungen hinter dem Auftreten von Wadenkrämpfen, so kann es sich hierbei unter anderem um Nervenerkrankungen wie Parkinson oder das Restless-Legs-Syndrom handeln. Außerdem stellen auch Krankheiten, die den Stoffwechsel (wie etwa Diabetes mellitus) oder das Gefäßsystem (wie beispielsweise Durchblutungsstörungen) betreffen, mögliche Ursachen für Wadenkrämpfe dar.

Den Arzt aufsuchen?

Das Aufsuchen eines Arztes kann vor allem dann ratsam sein, wenn Wadenkrämpfe gehäuft und/oder in sehr heftiger Ausprägung auftreten. Anhand der Schilderung der persönlichen Krankengeschichte eines Patienten und der typischen Situationen, während der es hauptsächlich zu Krämpfen in der Wade kommt, kann der behandelnde Arzt im Fall der Fälle häufig bereits erste Verdachtsdiagnosen treffen. Auf dieser Grundlage können nun spezielle Untersuchungsmethoden zum Einsatz kommen, um die vorliegenden Ursachen für Wadenkrämpfe zu ermitteln. Zu den möglichen Diagnoseschritten zählen je nach Patient beispielsweise Blutuntersuchungen zur Bestimmung von Blutzucker, Elektrolytwerten oder Leberwerten sowie Untersuchungen mithilfe von Ultraschall oder Röntgengerät.

Besteht Unsicherheit hinsichtlich eines notwendigen Arztbesuches, so empfiehlt es sich sicherheitshalber meist, einen Arzttermin zu vereinbaren und mögliche Erkrankungen ausschließen zu lassen.

Behandlung & Selbsthilfe

Durch verschiedene Maßnahmen können Betroffene akute Wadenkrämpfe häufig selbstständig lindern oder auch verhindern – kündigt sich ein Wadenkrampf an, so empfiehlt es sich beispielsweise, die Zehen in Richtung des Körpers zu ziehen. Durch die so erreichte Anspannung des Schienbeinmuskels kann die Wadenverkrampfung gelöst werden. Auch der Einfluss von Wärme kann sich positiv auf einen akuten Krampf der Wade auswirken.

Zu den vorbeugenden Maßnahmen zählen etwa ausreichende Flüssigkeitszufuhr (in Flüssigkeiten wie Mineralwasser oder verdünnten Fruchtsäften finden sich auch benötigte Elektrolyte) und regelmäßiges Dehnen (vor allem bei häufigen nächtlichen Krämpfen) der Wadenmuskulatur mithilfe von gymnastischen Übungen.

Zeigten medizinische Untersuchungen, dass Wadenkrämpfe im individuellen Fall auf eine körperliche Erkrankung zurückzuführen sind, so erfolgt im Regelfall eine ergänzende ursächliche Krankheitsbehandlung.

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