Verbiegung der Nasenscheidewand: Häufiger Grund für chronische Nasenbeschwerden

Viele Betroffene wissen weder, dass sie eine verkrümmte Nasenscheidewand haben, noch welche Beschwerden diese hervorrufen kann. Dabei tritt das Phänomen sehr häufig auf. Etwa 90 Prozent der Menschen haben eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Verkrümmung der Nasenscheidewand. Bereits kleine Verbiegungen können Beschwerden auslösen. Doch wie machen sich diese bemerkbar und wie wird eine schiefe Nasenscheidewand behandelt?

Schiefe Nasenscheidewand führt zu Engstellen in der Nase

Die Nasenscheidewand, auch Nasenseptum genannt, teilt das Innere der Nase (Nasenhöhle) in eine rechte und linke Seite. Das Septum besteht aus Knochen und Knorpel und ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet. Je nachdem wie stark die Nasenscheidewand verbogen ist, kommt es zu Engstellen in den Nasengängen, sodass durch ein Nasenloch weniger Luft strömt als durch das andere. Betroffene bekommen dadurch beispielsweise schlechter Luft, können aber auch von anderen Beschwerden geplagt werden.

Chronische Sinusitis? Die Nasenscheidewand könnte mit schuld sein

Ist ein Nasenloch durch die schiefe Nasenwand verengt, wird weniger Luft ein- und ausgeatmet. Betroffene haben das Gefühl nicht richtig Luft zu bekommen, vor allem bei körperlicher Anstrengung. Oft wird auch unbewusst durch den Mund geatmet. Das hat zur Folge, dass die Schleimhäute im Rachen schneller austrocknen und die Anfälligkeit an einem Atemwegsinfekt zu erkranken, steigt. Erkältungsviren haben dadurch leichteres Spiel und können sich leichter auf den Schleimhäuten der Atemwege niederlassen und sich dort vermehren. Bei einem erkältungsbedingten Schnupfen schwellen unter anderem die Schleimhäute in der Nase an. Das führt einerseits zu einer verschlechterten Nasenatmung und andererseits zu einem schlechten Abtransport des gebildeten zähen Schleims. Ist die Nasenscheidewand verkrümmt, ist die Gefahr noch größer, dass sich aus dem Schnupfen eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) entwickelt. Betroffene sind auch stärker gefährdet, an einer chronischen Sinusitis zu erkranken, da die Nasennebenhöhlen schlechter belüftet werden und der produzierte Schleim nicht ungehindert durch die Nase abfließen kann.

Weitere Symptome einer verkrümmten Nasenscheidewand sind:

Warum ist die Nase(scheidewand) krumm?

Verschiedene Ursachen führen zu einer Nasenscheidewand-Verbiegung (Nasenseptumdeviation). Meist ist sie angeboren. Häufig entsteht durch unterschiedlich schnelles Wachstum der hinteren knöchernen und der vorderen knorpeligen Anteile eine Verkrümmung. Die schiefe Nasenscheidewand kann aber auch infolge eines Unfalls oder einer Nasenverletzung auftreten. Bei Kindern bleiben Nasenbrüche beispielsweise oft unerkannt. Normalerweise wachsen die gebrochenen Partien wieder optimal zusammen. Es kann aber auch vorkommen, dass die Nasenscheidewand schief zusammenwächst.

Diagnose beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt

Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt betrachtet zunächst die Nase von außen. Eine Verkrümmung wird oft schon durch den Blick in die Nasenlöcher und das Anheben der Nasenspitze sichtbar. Zur genaueren Untersuchung ist eine Nasenspiegelung erforderlich. Dabei wird mit einem Nasenendoskop das Naseninnere und die Beschaffenheit der Schleimhaut beurteilt. Auch seitliche und hintere Abschnitte der Nase sind mit dieser Untersuchungsmethode einsehbar. Mit der sogenannten Nasendurchflussmessung kann der Arzt erkennen, ob Unterschiede des Luftstroms beim Ein- und Ausatmen bestehen. Ergänzend können bildgebende Verfahren wie eine Röntgenuntersuchung (Computertomographie) eingesetzt werden, vor allem dann, wenn ein bereits diagnostizierter Schiefstand durch eine Operation korrigiert werden soll.

Darüber hinaus wird der Arzt auch andere Ursachen für eine verschlechterte Nasenatmung in Betracht ziehen. Beschwerden können zum Beispiel auch durch eine vergrößerte Nasenmuschel oder allergiebedingte Schwellungen entstehen.

Therapie richtet sich nach dem Ausmaß der Beschwerden

Betroffene können zunächst versuchen, Schleimhautprobleme, wie eine trockene Nase, mit Salzwasserspülungen, Nasensprays mit Meersalz oder Salben zu behandeln. Zusätzlich ist es empfehlenswert, die Raumluft zu erhöhen, damit die Schleimhäute ausreichend befeuchtet werden. Dafür sind beispielsweise elektrisch betriebene Siedeverdunster geeignet. Gefäße, die mit Wasser befüllt und an der Heizung angebracht werden, erfüllen den gleichen Zweck.

Dauern die Symptome schon länger an und sind die Beschwerden der Betroffenen sehr stark, ist eine Operation in Erwägung zu ziehen. Dabei wird die Nasenscheidewand unter Narkose begradigt, die Medizin spricht von Septumplastik. Eine Operation ist generell nur bei Erwachsenen sinnvoll. Bei Kindern und Jugendlichen wartet man zunächst ab, da sie sich noch im Wachstum befinden und sich die Nasenscheidewand erst noch vollständig entwickeln muss.

Bei der Begradigung der Nasenscheidewand entfernt der Chirurg den verbogenen Knorpel- oder auch Knochenabschnitt. Dieser wird zerteilt und in entsprechend gewünschter Form wieder zusammengesetzt. Damit die Nasenscheidewand gerade zusammenwächst, wird der Abschnitt geschient. Äußerlich entstehen durch den Eingriff keine Narben, da der Arzt Zugang über die Nasenöffnungen zum Septum hat. Patienten müssen nach der Operation mit einem drei bis sechstägigen Krankenhausaufenthalt rechnen. Beeinträchtigungen können noch länger bestehen. Etwa drei bis vier Wochen sollten Operierte sich schonen und auf das Naseputzen verzichten, um Komplikationen zu vermeiden.

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