Was tun bei Flugangst? Tipps gegen die Angst vorm Fliegen

Flugangst oder Aviophobie beschreibt eine in mehreren Ausprägungen auftretende Angst vor Reisen mit dem Flugzeug. Sie kann sich in unterschiedlichen Symptomen wie Schweißausbrüchen, Magen-Darm-Beschwerden, Anspannung, Herzrasen oder Panikattacken äußern. Schätzungen zufolge sind zwischen zehn und zwanzig Prozent der Bevölkerung von Flugangst betroffen. Viele Menschen kommen dadurch nicht in den Genuss von Fernreisen oder empfinden Geschäftsreisen als reine Tortur, da für sie das Betreten eines Flugzeuges unmöglich erscheint. Mit einigen Tricks lässt sich Flugangst kontrollieren und die Zeit während des Fliegens angenehmer gestalten. Menschen, die unter krankhafter Flugangst leiden, können diese unter professioneller Anleitung in den Griff bekommen.

Ursachen von Flugangst

Das Flugzeug gilt im Vergleich zu Auto, Zug und Schiff als das sicherste Verkehrsmittel überhaupt. Dennoch passieren in regelmäßigen Abständen schwere Unglücke, die die Medien oft wochen- oder monatelang beschäftigen und meist mit dem Tod vieler Menschen einhergehen. Aviophobie kann bereits entstehen, wenn die Berichterstattung über solche Unfälle dazu führt, dass Menschen bei der Vorstellung, selbst ein Flugzeug besteigen zu müssen, gedankliche Katastrophenszenarien durchspielen. Auch der mehrstündige Aufenthalt im begrenzten Raum eines Flugzeuges und das Gefühl, Piloten und Crew ausgeliefert zu sein, können Angstgefühle erzeugen. Bei vielen Menschen ist die Aviophobie auf eigene Erlebnisse während eines vergangenen Fluges zurückzuführen. Wetterturbulenzen oder eine unplanmäßige Landung können sich so stark ins Gedächtnis einprägen, dass jeder erneute Flug zu einer großen Herausforderung wird.

Die besten Tricks, um Flugangst zu überwinden

Oft kann es schon helfen, sich mit den positiven Aspekten des Themas Fliegen intensiv auseinanderzusetzen und sich immer wieder vor Augen zu halten, wie sicher das Flugzeug laut Statistiken als Transportmittel ist. Wer lange gezögert hat, eine Flugreise anzutreten und seine Angst schließlich gezielt bekämpfen möchte, sollte mit engen Vertrauten wie Familienangehörigen oder dem Lebenspartner einen Kurzstreckenflug buchen, der etwa drei Stunden dauert. Dann ist die Zeit lang genug, sich mit dem Gefühl des Fliegens intensiv auseinanderzusetzen. Wer berufsbedingt alleine fliegen muss, kann im Flugzeug den Sitznachbarn einweihen und damit eine vertraute Situation schaffen. Ist Platzangst die Ursache für die Aviophobie, sollte immer ein Gangplatz gebucht werden, der die Möglichkeit bietet, regelmäßig aufzustehen und sich zu bewegen. Fensterplätze sind auch für Menschen ungeeignet, die im Flugzeug an Höhenangst leiden.

Am Tag des Fluges sollten alle Situationen vermieden werden, die Stress erzeugen könnten. Wer den Check-in bereits online von Zuhause erledigt und früh genug zum Flughafen aufbricht, erlebt keine Hektik auf der Fahrt zum Flughafen und am Schalter der Fluglinie. Bequeme Kleidung, die nicht zu eng sitzt, sorgt für ein entspanntes Gefühl.

Viele Menschen meinen, dass es helfen könnte, vor dem Antritt des Fluges Alkohol zu trinken und die Angst damit zu betäuben. Alkohol führt jedoch zu Kontrollverlust und kann das unangenehme Gefühl zusätzlich verstärken. Stattdessen eignen sich zur sanften Beruhigung Bachblüten-Tropfen oder Baldrian-Dragees. Zusätzlich helfen bewusstes und tiefes Atmen sowie Entspannungsübungen wie autogenes Training oder Progressive Muskel-Relaxation, die Angst zu mindern. Ein gutes Buch und die Lieblingsmusik im Kopfhörer lenken ab und verbessern dadurch das Flugerlebnis.

Psychologische Hilfe bei krankhafter Flugangst

Viele Psychotherapeuten sind darauf spezialisiert, Menschen mit Flugangst im Zuge einer gezielten Therapie zu behandeln. In mehreren Sitzungen werden die Ursachen für die Aviophobie genau analysiert und die negativen Bilder im Zuge einer konfrontativen Verhaltenstherapie, durch Entspannungstechniken oder Hypnose aufgelöst. Viele Fluggesellschaften bieten zudem sogenannte Flugangstseminare an. Die Betroffenen erlernen im Zuge solcher Seminare, Vertrauen in die Technik und die Fähigkeiten der Besatzungscrew zu entwickeln und psychologische Tricks zur Überwindung der Angst zu verinnerlichen. Den Abschluss eines solchen Seminars bildet ein gemeinsamer Flug aller Teilnehmer, die dabei das Gelernte praktisch anwenden können.

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