Wie sinnvoll sind freiwillige Untersuchungen in der Schwangerschaft?

Eine Schwangerschaft ist meistens ein schönes und freudiges Ereignis im Leben der Eltern. Aber gleichzeitig mit der Feststellung beginnt oft schon die Sorge um das Wohl des Babys – und damit einhergehend eine Reihe an ärztlichen Untersuchungen, welche die werdenden Eltern beruhigen sollen. Oft werden dabei auch freiwillige Untersuchungen angeboten, und die Eltern fragen sich, welche Untersuchungen nun notwendig und sinnvoll sind.

Pränataldiagnostik: sinnvolle Pflichten für Schwangere?

Unter dem Begriff „Pränataldiagnostik“ unterzieht sich eine werdende Mutter meistens vielen Untersuchungen, die garantieren sollen, dass ihr Kind gesund zur Welt kommt. Diese Tests sind zum Teil Pflicht und wichtig, aber sie können auch verunsichern, weil die Mutter sich ständig fragt, ob bei ihr alles gut läuft. Dabei können sich Schwangere eigentlich entspannt zurücklehnen: Die meisten Babys werden völlig normal und völlig gesund geboren. Trotzdem können bestimmte Tests bei bestimmten Risiken Sinn machen. Werdende Eltern sollten sich also informieren, was für das Wohl ihres Kindes sinnvoll ist.

Zu den normalen Routine-Untersuchungen zählen für Schwangere regelmäßig Blutuntersuchungen und regelmäßige gynäkologische Untersuchungen. Einmal im Monat sollte eine werdende Mutter zum Arzt gehen und sich einer solchen Routine-Untersuchung unterziehen. Zusätzlich dazu gibt es aber verschiedene freiwillige Tests, die auch nur zum Teil von den Krankenkassen getragen werden und nur zum Teil sinnvoll für eine Schwangere sind.

Bluttests am Anfang der Schwangerschaft

Am Anfang der Schwangerschaft kann eine Schwangere sich freiwillig einem HIV-Test unterziehen. Diese einfache Blutabnahme ist sehr sinnvoll: Wenn eine HIV-Infektion besteht, kann zu dem Stadium eine Infektion des Kindes verhindert werden. Die Kosten für den Test werden von der Krankenkasse übernommen.

Gleichzeitig wird zum Beginn der Schwangerschaft ein Toxoplasmose-Test angeboten. Toxoplasmose sind Erreger, die für die Schwangere völlig ungefährlich sind und die sie so nicht bemerkt. Sie können dem Kind jedoch erheblich schaden. Der Test selbst ist ungefährlich, aber die Ergebnisse sind meistens ungenau. Insgesamt macht der Test nur Sinn, wenn die Schwangere zu einer Risikogruppe gehört, weil sie zum Beispiel in einem engen Kontakt mit Katzen steht. Die Kosten werden von den Kassen auch nur übernommen, wenn die Frau zu einer Risikogruppe gehört, sonst kostet der Test 14-16 Euro.

Untersuchungen im weiteren Verlauf der Schwangerschaft

In der 11. bis 14. Schwangerschaftswoche kann eine sogenannte Nackenfaltenmessung durchgeführt werden. Bei dieser ungefährlichen Ultraschall-Untersuchung können Hinweise auf Herzfehler und Chromosomenstörungen gesammelt werden. Allerdings ist der Test nicht sehr valide und hat eine Fehlerquote von 25 Prozent. Ein positives Ergebnis kann also nicht nur die Mutter stark verunsichern, sondern auch weitere, risikoreichere Tests nach sich ziehen. Bei Hinweisen auf eine Erkrankung kann der Arzt dann aufwendigere Untersuchungen wie die Chorionbiopsie oder die Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) durchführen, die aber für das Kind und für die Mutter mit Risiken verbunden sind. Auch die Kosten für eine Nackenfaltenmessung müssen selbst getragen werden und liegen laut mamilounge.de bei etwa 150 Euro für die Ultraschalluntersuchung.

Ein Test auf Schwangerschaftsdiabetes kann in der 22. Woche durchgeführt werden. Diese kann das Risiko bei der Geburt erhöhen, und dementsprechend ist es sinnvoll, den Test durchzuführen. Die Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für den Zuckertest, der aus mehreren Blutabnahmen besteht.

Hilfreiche Informationen zur Pränataldiagnostik: Ansprechpartner

Ausführliche Informationen zur Pränataldiagnostik bietet eine Broschüre von Pro Familia. Hier werden die möglichen Untersuchungen sehr ausführlich beschrieben. Die Broschüre bietet auch Ratschläge bei dem Umgang mit eventuell belastenden Testergebnissen, sowie Adressen für Beratungsinstitutionen in Deutschland.

Allerdings sollten werdende Mütter sich von dem Informationsangebot nicht verrückt machen lassen. Im Zweifelsfall ist das eigene Wohl- und Bauchgefühl der beste Partner bei einer Schwangerschaft, und auch unbesorgte Mütter, die keinerlei Tests durchführen lassen, bringen in den allermeisten Fällen vollkommen gesunde Babys zur Welt.

Tags: , , ,

Gesundheit im Netz - Wichtiger Hinweis