Wundheilungsstörungen: wenn Wunden schlecht heilen

Schnell ist es passiert: ein kleiner Kratzer von der fremden Katze, die sich gerade noch lieb streicheln ließ, ein Dorn, der sich beim Rosenschneiden in die Hand bohrt, ein unachtsamer Schnitt mit dem Küchenmesser. Nicht alle Wunden kann die Haut gut selbst reparieren. Auch nach Operationen kann es zu Wundheilungsstörungen kommen. Eine schlechte Wundheilung zeigt sich z. B. durch andauernde Schwellung mit Rötung und Schmerzhaftigkeit. Sporadisch oder dauerhaft wird Flüssigkeit abgesondert. Die Wunde will sich nicht verschließen.

Wundheilungsstörungen nach Operationen

Wird eine Wunde zu straff genäht oder geklammert, kann die Sauerstoffversorgung im Wundgebiet darunter leiden. Werden Fäden oder Klammern zu früh entfernt, ist es möglich, dass eine Wunde wieder aufbricht. Auch ein großer Bluterguss (Hämatom), ständiger Druck (Dekubitus) oder starke Bewegung im Wundbereich beeinträchtigen die Heilung.

Mechanische Gründe für schlecht heilende Wunden

Wenn ein Fremdkörper (Dorn, Splitter) in der Haut verbleibt, kommt es zu einer natürlichen Abwehrreaktion in der Haut. Zunächst wird vermehrt Flüssigkeit um ihn herum eingelagert, sodass er leichter an die Oberfläche transportiert werden kann. Es bildet sich Eiter, wenn zusätzlich Schmutz in die Wunde gelangt ist. Die Wunde schmerzt, ist gerötet, pocht.
Abhilfe kann meist nur dadurch geschaffen werden, dass der Fremdkörper aus der Wunde entfernt wird.

Wundinfektionen

Bei Wundinfektionen wird oftmals zunächst an Tetanus- oder Tollwuterreger gedacht. Viel häufiger sind jedoch banalere Infektionen. Der harmlos erscheinende, kleine Kratzer der Katze ist ein gutes Beispiel für eine mögliche, heimtückische Infektion. Katzenbisse und -Kratzer aber auch Hundebisse können zu sehr schmerzhaften Wunden führen, da meist eine ganze Reihe von Erregern mit übertragen werden. Aus diesem Grund wird von Human- und Tierärzten hier meist eine antibiotische Behandlung empfohlen.

Vorerkrankungen als Ursache für Wundheilungsstörungen

Ein besonders häufiger Grund für schlechte Wundheilung ist eine verminderte Durchblutung. Bei Diabetikern können Füße und Beine oft besonders schlecht durchblutet sein. Zusätzlich ist meist Wundheilung unterstützendie Schmerzempfindung verändert, sodass kleinere Verletzungen, z.B. beim Nägelschneiden, aber auch Druckstellen manchmal nicht wahrgenommen werden.

Außerdem können Störungen des Immunsystems, wie z. B. verschiedene Autoimmunkrankheiten, ebenso wie Krebserkrankungen die Wundheilung negativ beeinflussen und somit Ursachen für schlecht heilende Wunden sein.

Therapien

Bei oberflächlichen Wunden kann verdünnte Calendula-Tinktur (Extrakt aus der Ringelblume)* gute Dienste leisten. Sie bekämpft Erreger und fördert die Wundheilung. Calendula-Tinktur darf jedoch nicht angewendet werden, wenn es sich um tiefe, enge Wunden handelt (z.B. Stichverletzungen). Hier würde eine lokale Behandlung zwar zur oberflächlichen Heilung führen, in der Tiefe könnten sich jedoch Erreger weiter vermehren und zu gefährlichen Infektionen führen.

Durch homöopathische Arzneimittel können auch bei älteren Wunden, die schlecht heilen, gute Erfolge erzielt werden. Je nach Einzelfall, Ursache und Vorgeschichte können Mittel wie Arnica, Arsenicum album, Carbo vegetabilis, Causticum, Conium, Hypericum, Staphisagria, Thiosinaminum etc. zu einer guten Heilung führen. Jedoch sollte dafür die professionelle Hilfe eines homöopathisch geschulten Arztes oder Heilpraktikers in Anspruch genommen werden.

Eine manuelle Lymphdrainage hat sich bei schlecht heilenden Wunden z. B. nach Operationen, bei Dekubitus und offenen Beinen (Ulcus cruris) in vielen Fällen zusätzlich bewährt.

Als Besonderheit ist die Madentherapie zu werten, bei der desinfizierte Fliegenmaden eingesetzt werden, um in einer schlecht heilenden Wunde abgestorbenes Gewebe zu entsorgen. Allerdings muss diese sehr spezielle Therapie genauestens überwacht werden, da die Maden schließlich auch gesundes Gewebe attackieren würden.

Medizinischer Honig (Manuka-Honig)* wird von einigen Kliniken mit Erfolg bei Wundheilungsstörungen eingesetzt.

Erhöhtes Risiko für Wundheilungsstörungen

Rauchen vermindert die Durchblutung der Blutgefäße und verzögert oder erschwert dadurch die komplikationslose Heilung einer Wunde. Auch einseitige Ernährung (Vitamin-, Spurenelement- und Mineralstoffmangel), starkes Unter- bzw. Übergewicht, einige Medikamente sowie Strahlentherapien können die Heilungsmechanismen beeinflussen.

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