Zahnzusatzversicherungen – Behandlungskosten vorausschauend senken

Viele Bürger erinnern sich noch gut an die Worte des Ex-Bundeskanzlers Gerhard Schröder, der seinerzeit forderte, man dürfe die gesellschaftliche Zugehörigkeit nicht an den Zähnen der Bürger erkennen. Faktisch jedoch war dies schon damals der Fall. Die Kosten für das deutsche Gesundheitssystem sind in den vergangenen Jahren so rapide gestiegen, dass in vielen Bereichen längst nur noch die Grundversorgung von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen wird. Und dies macht sich für die Versicherten vor allem beim Zahnarztbesuch bemerkbar. Schon bei kleineren Eingriffen werden Verbraucher inzwischen über durchaus üppige Eigenanteile zur Kasse gebeten. Aus diesem Grund halten immer mehr Versicherte Ausschau nach einem Weg, um die hohen finanziellen Belastungen zu senken.

Viele Faktoren lassen die Kosten für Zahnersatz stetig steigen

Für den schrittweisen Anstieg der Kosten gibt es mehrere Gründe, wie Experten zu berichten wissen. Auf der einen Seite sind die Materialkosten über die Jahre gestiegen. Auch neue Behandlungsmethoden müssen sich für die Branche erst einmal rechnen. Natürlich gehen die Kosten zumindest teilweise zulasten der Patienten. Zugleich wurde Anfang 2012 eine Korrektur der GOZ – der Gebührenordnung für Zahnärzte – in die Tat umgesetzt, die ihrerseits in einigen Punkten zu höheren Kosten führte. Weiterhin sind auch die Gehälter für Techniker und das Personal insgesamt gestiegen.

Gutes Material hat seinen Preis – Versicherer senken ihre Zuschüsse

Wer auf Zahnersatz wie Inlays, Implantate, Brücken und andere speziellere Behandlungen angewiesen ist, sieht sich vor diesem Hintergrund oft mit erheblichen Kosten konfrontiert. Je teurer der Zahnersatz, desto sinnvoller ist es für Versicherte, sich über eine Zahnzusatzversicherung abzusichern und eine adäquate Ergänzung zur gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung zu erreichen. Denn auch die privaten Versicherer haben ihre Zuschüsse sukzessive reduziert. Klar ist: Die Ausgaben für Zahnersatz, die Patienten selbst finanzieren müssen, werden auch in Zukunft weiter steigen. Schon jetzt zahlt die Kasse je nach Einzelfall nur noch maximal 65 % der Zahnersatz-Kosten. Kassenpatienten, die auf den Einsatz edelster und sehr haltbarer Materialien wie Gold oder Keramik bestehen, sollten auf jeden Fall prüfen, ob der Abschluss einer Zahnzusatzversicherung sinnvoll ist. Die Antwort ist in den meisten Fällen ein deutliches Ja.

Enorme Tarif-Auswahl: Versicherte müssen genau vergleichen

Das wissen auch die Versicherer, die immer neue Versicherungstarife entwickeln, um die individuellen Vorsorgewünsche der Versicherungsnehmer zu bedienen. Weit mehr als 100 Tarifmodelle in Deutschland machen den Vergleich ohne professionelle Hilfe alles andere als einfach. Zumal es erhebliche Abweichungen geben kann zwischen den Angeboten. Manche Police zahlt nur für Leistungen, die auch von der gesetzlichen Krankenkasse mitfinanziert werden, oder wird ohnehin nur im Zusammenhang mit der normalen Krankenversicherung vermittelt. Andere Versicherer gewähren das volle Leistungsspektrum erst nach Ablauf einer gewissen Vorlaufzeit (Wartezeit) nach Vertragsabschluss. Teilweise kommen Versicherer erst etliche Monate nach der ersten Beitragszahlung für Kosten auf.

Doch es gibt Ausnahmeregelungen für den Ernstfall, wie folgendes Beispiel zeigt:

„Die Wartezeit für die Zahnersatzversicherung beträgt 8 Monate. Erst nach Ablauf der Wartezeit können Sie die Leistungen aus Ihrer Asstel Zahnzusatzversicherung in Anspruch nehmen. Bei notwendigem Zahnersatz aufgrund eines Unfalles entfällt die Wartezeit.“ Dieser Auszug stammt von der Versicherungsgesellschaft Asstel, die weitere Informationen zum Thema Zahnzusatzversicherung auf asstel.de zur Verfügung stellt. Ähnliche Klauseln finden sich natürlich auch in den AGB vieler anderer Versicherer, die ihren Kunden so für den Notfall entgegenkommen.

Wissen müssen Interessenten, dass die Zahnzusatzversicherung bisher nicht für Kosten für bereits begonnene Behandlungen aufkommt. Höchstens im Kulanzfall, auf den man sich aber besser nicht verlassen sollte. Bevor der Vertrag zustande kommt, wird nach gesundheitlichen Vorerkrankungen gefragt. Fehlen bereits Zähne, muss dies dem Versicherer ebenfalls mitgeteilt werden.

Objektivität ist besonders wichtig beim Tarif-Vergleich

Für Transparenz im Tarif-Dschungel sorgt ein objektiver Zahnzusatzversicherungsvergleich. Dieser sollte möglichst über Anbieter erfolgen, die nicht mit bestimmten Versicherern kooperieren und von diesen (mit-) finanziert. Ein guter Zahnzusatztarif übernimmt auch die Kosten für mindestens eine professionelle Zahnreinigung pro Jahr als Prophylaxe gegen Parodontose, Karies und viele andere oft folgenschwere Zahnprobleme. Durch einen genauen Vergleich können Versicherungsnehmer Anbieter finden, die Kosten mitunter sogar bis zu 100 Prozent erstatten. Policen für die ganze Familie sollten idealerweise auch die Kostenübernahme für kieferorthopädische Maßnahmen beinhalten. Denn auch diese Kosten sind drastisch gestiegen in der Vergangenheit. Oft kann auch der Zahnarzt als unabhängiger Experte behilflich sein, damit Patienten den einen Versicherer finden, der sie bedarfsgerecht mit dem optimalen und zugleich günstigsten Tarif zur Zahnzusatzversicherung versorgt.

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